Kreis Lörrach Patienten sollen kurze Wege haben

Joachim Wölle, Professor für den DHBW-Studiengang BWL und Gesundheitsmanagement, überreichte der MVZ-Geschäftsführerin Heike Jost einen Blumenstrauß als Anerkennung für ihren Vortrag. Foto: Adrian Steineck Foto: Die Oberbadische

Von Adrian Steineck

Regio . Einen Einblick in die Arbeit des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) in Lörrach gab dessen Geschäftsführerin Heike Jost am Dienstag an der DHBW Lörrach. Dabei wurde deutlich, dass die Strahlentherapie nur eines der Standbeine des MVZ ist.

„Wir sind bisher noch wenig bekannt in Lörrach“, sagte Jost zu Beginn ihres Vortrags. Dabei gibt es das „Mini-MVZ“, wie die Geschäftsführerin die Lörracher Einrichtung im Vergleich mit anderen medizinischen Versorgungszentren in Baden-Württemberg nannte, bereits seit sechs Jahren. So hat das MVZ im Jahr 2012 seinen Betrieb an der Wallbrunnstraße aufgenommen, zunächst mit den Behandlungsschwerpunkten Mund-, Kiefer und Neurochirurgie. Parallel dazu wurde der Bau des Gesundheitszentrums „ambulo“ an der Röntgenstraße in unmittelbarer Nachbarschaft der Kreiskliniken vorangetrieben. Im Juni 2014 wurden dann beide Fachbereiche hier unter einem Dach vereint. „Wir sind aus den Kinderschuhen raus“, sagte Jost mit einem Augenzwinkern.

Eine wohnortnahe Versorgung bieten

Dass das Gesundheitswesen in der Region Lörrach sich derzeit im Wandel befindet, darauf ging die Geschäftsführerin ebenfalls ein. „Wo steht das MVZ angesichts von Fusionen und dem Bau des Zentralklinikums?“, fragte Jost rhetorisch, um dann eine entsprechende Einordnung vorzunehmen.

Das MVZ Lörrach ist eine interdisziplinäre Praxisklinik. Es bietet neben der ambulanten Betreuung von Bestrahlungspatienten das Spektrum der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in ambulanter und stationärer Behandlung an. Eine enge Zusammenarbeit besteht mit dem Universitätsspital Basel (USB), auf dessen Initiative hin das Versorgungszentrum gegründet wurde. Zudem gibt es laut Jost bei der Gesichtschirurgie enge Bande zum St. Elisabethen-Krankenhaus in Lörrach.

Angetreten ist das MVZ Lörrach mit dem Ziel, die wohnortnahe Gesundheitsversorgung im Landkreis Lörrach zu stärken. „Wenn ein Patient schwer krank ist und eine Strahlentherapie benötigt, kann ihm unter Umständen bereits der Weg von Lörrach nach Freiburg zu weit sein“, machte Jost deutlich. Die Zahl der Patienten, die sich in Lörrach einer Strahlentherapie unterziehen, liegt derzeit bei knapp 600 im Jahr – Tendenz steigend. „Das bedeutet natürlich auch, dass es mehr Menschen gibt, die an Krebs erkranken“, benannte Jost auch die Kehrseite dieser Entwicklung. „Aber die Medizin macht in diesem Bereich auch laufend Fortschritte.“

Das MVZ Lörrach erwirtschaftet jährlich etwa 2,2 Millionen Euro. Die schwarze Null, wie sie bereits für das vergangene Jahr angepeilt worden war, steht aber bisher noch nicht. „Wir hoffen, diese im kommenden Jahr erreichen zu können“, machte Jost deutlich.

Gut 30 Zuhörer waren zu dem Vortrag im Rahmen der DHBW-Reihe „Gespräche zu Gesundheitsthemen“ gekommen. Fortgesetzt wird diese am 15. November, wenn mit Christoph Bielitz der Leiter des Sigma-Zentrums in Bad Säckingen zu Gast an der DHBW Lörrach ist. Weitere Infos unter www.mvz-loerrach.de

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