Kreis Lörrach/Rheifelden Abstriche im Fünf-Minuten-Takt

Haben alles rund um die zentrale Abstrichstelle für Coronavirus-Verdachtsfälle auf dem Parkplatz des Kreiskrankenhauses in Rheinfelden im Griff: Der ärztliche Leiter Harald Dörr (links) und einer der vielen medizinischen Helfer. Foto: Gerd Lustig

Kreis Lörrach -  „Bleiben Sie bitte in ihrem Auto sitzen“, ruft eine Mitarbeiterin des freiwilligen medizinischen Helferteams dem Autofahrer zu, der gerade aus seinem Wagen aussteigen wollte. Durch ein geöffnetes Fenster deutet sie ihm zu warten, bis er an der Reihe ist.

Der Fahrer ist einer der Menschen, der wegen des Verdachts auf Infizierung mit dem Coronavirus zum Parkplatz des Kreiskrankenhauses in Rheinfelden geschickt wurde. Dort ist seit knapp zwei Wochen die zentrale Abstrichstelle des Landkreises der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) eingerichtet, wo ein Abstrich vorgenommen wird, um Klarheit über eine mögliche Infizierung mit dem neuartigen Coronavirus zu erhalten.

Startschwierigkeiten

Nach kleinen Startschwierigkeiten, zumal die Abstrichstelle in einem zugigen Pavillon und noch ohne Strom arbeiten musste, sieht es inzwischen deutlich besser aus, berichten die für den Notfalldienst des Landkreises zuständigen Ärzte Harald Dörr und Michaela Kaiser. Inzwischen ist ein Container aufgestellt, es gibt Strom und einen Drucker für den PC, ebenso Toiletten. „Es ist ausreichend, wir können unsere Arbeit machen“, sagt Dörr.

Täglich kommen bis zu 70 einbestellte Personen, bei denen ein Verdacht auf Infizierung mit dem Coronavirus besteht. Das vor Ort arbeitende medizinische Team, darunter Ärzte, medizinisches Fachpersonal und Helfer, kann die Aufgaben bewältigen. „Der Dienstplan ist fix bis zum 5. April aufgestellt“, zeigt sich Dörr zufrieden. Gleichzeitig hofft er noch auf weitere freiwillige Einsatzkräfte in der nächsten Zeit, um die Aufgaben rund um die Abstrichstelle zu meistern. Und zur Einrichtung einer solchen sagt er: „Es rentiert sich und ist ungeheuer wichtig.“

Nur wenige Befunde

Zum Glück wurden bei den bisher einigen hundert Getesteten nur ganz wenige positive Ergebnisse registriert, lässt Dörr durchblicken. Stand heute 23. März, 16:45 Uhr, gibt es laut Landratsamt im Landkreis insgesamt 117 bestätigte Fälle einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Dem stehen über 1350 negative Befunde gegenüber. Im Krankenhaus werden derzeit noch zehn Patienten behandelt.

Die täglich gesammelten Abstrichproben, gesichert in verschlossenen und beschrifteten Röhrchen, werden in einer Box nach Freiburg ins Labor gebracht. Die Ergebnisse liegen dann in der Regel nach 24 Stunden vor. Die Getesteten werden via Telefon informiert oder – im Falle eines positiven Befundes – vom Gesundheitsamt unterrichtet, wie es jetzt weitergeht.

Nur mit Termin zur Abstrichstelle

Dass an der Abstrichstelle inzwischen auch ein Sicherheitsdienst seine Arbeit aufgenommen hat, wird vom Helferteam begrüßt. „Nach anfänglich verbalen Scharmützeln läuft jetzt alles ruhig und geordnet“, erklärt Dörr. Kollegin Michaela Kaiser von der Ärztlichen Leitung hatte dabei vor allem Falschmeldung oder Unwissenheit als Hauptgründe für Probleme ausgemacht. Und daher macht das Duo noch einmal deutlich, dass die Menschen nicht einfach so und aufs Geratewohl zur Abstrichstelle kommen können. Zunächst muss der Hausarzt die für das Coronavirus üblichen Symptome feststellen, dann geht es zum Gesundheitsamt, das dann letztlich den Termin für die Abstrichstelle vergibt.

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