Kreis Lörrach Schutzräume schaffen

Die Petite Camargue Alsacienne bietet Vogelkundlern und Fotografen gute Beobachtungsmöglichkeiten. Foto: Michael Werndorff

Regio - Rückzugsmöglichkeiten für gefährdete Tier- und Pflanzenarten werden durch den zunehmenden Flächenbedarf des Menschen immer geringer. Das im Juli 2017 gestartete Interreg-Projekt „NaturErlebnis grenzenlos“ schafft Abhilfe und etabliert Schutzräume und eine grenzüberschreitende Besucherlenkung im Naturschutzgebiet.

Im Dreiländereck ist der Druck auf die Natur in den vergangenen Jahren beträchtlich gestiegen, wie dieser Tage im Rahmen der Vorstellung des Projekts zu erfahren war. Bisweilen finden gefährdete Arten noch Rückzugsmöglichkeiten in Naturschutzgebieten in den drei Ländern, die grenzüberschreitend eine überlebenswichtige Funktion einnehmen. Jedoch werden durch die Ungestörtheit und Unversehrtheit dieser Rückzugsorte zunehmend Erholungssuchende angelockt.

Sensible Bereiche, in welchen Tier- und Pflanzenarten vorkommen, die ein hohes Maß an Ruhe benötigen, verkraften die zunehmende Besucherzahl nicht. Das Trinationale Umweltzentrum Truz entwickelt mit Projektpartnern aus Deutschland und Frankreich koordinierte Maßnahmen, um gefährdete Arten zu schützen. Dies geschieht insbesondere durch den Aufbau von Biotopen und Habitaten, erklärten Astrid Deek (Truz) und Thomas Schwarze von Pro Natura Basel.

Zudem werden durch eine professionalisierte, grenzüberschreitende Besucherlenkung die Besucher aus den Gebieten mit hoher Sensibilität herausgeführt und in die Flächen gelenkt, die für Naherholung und das Naturerlebnis geeignet sind. „Vor Ort vermitteln Bildungs- und Aktionsangebote aktiv Wissen, um über Naturräume aufzuklären und die Besucher für die Umwelt zu sensibilisieren. Ziel ist es, Räume für Flora und Fauna zu schaffen, gleichzeitig aber den Menschen nicht aus der Natur auszugrenzen“, sagte Deek.

Das Interreg-Projekt NaturErlebnis grenzenlos sei eines von vielen Projekten, die sich Herausforderungen stellen, die sich nur durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit und dem zusammengetragenen Know-how lösen lassen. „Das europäische Förderprogramm Interreg Oberrhein ist Initiator und Impulsgeber für grenzüberschreitende Vorhaben in der Region. Seit vielen Jahren ist das Dreiländereck ein Paradebeispiel im Bereich der Zusammenarbeit in Europa“, betonte die Basler Regierungsrätin Elisabeth Ackermann. So sei es gerade im Dreiländereck wichtig, über die Grenzen hinweg zu denken und zu handeln: „Auch im Gebiet des Umweltschutzes kann dank Interreg aufgezeigt werden, wie man die Hindernisse von unterschiedlichen Verwaltungskulturen und Rechtssystemen überwinden kann.“

Das Interreg-Projekt NaturErlebnis grenzenlos wird auf Schweizer Seite von dem Kanton Basel-Stadt sowie der Neuen Regionalpolitik des Bundes unterstützt. Des Weiteren beteiligen sich das basel-städtische Bau- und Verkehrsdepartement, Pro Natura Basel und die Gemeinde Riehen als Projektpartner, wie zu erfahren war.

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