Kreis Lörrach Serienreife Sammelboxen bauen

Lehrer Heiko Schmidtke (r.) und seine Zwölftklässler, die sich kürzlich mit der Planung und Entwicklung von Pfandflaschen-Sammelboxen befasst haben (v. l.): Michel Feger, Marius Flamm, Jan Kubetzko, Jakub Rapant, Felix Kliffken, Lars Boehr, Jana Gleichwald, Bastiaan Bruin, Natalie Gelvic, Lasse Szczepaniak, Filip Pacella. Foto: zVg

Dass Not erfinderisch macht, zeigten kürzlich Schüler des Technischen Gymnasiums an der Gewerbeschule Lörrach. Auf dem gesamten Gelände der Schule stehen mehr als 30 Abfalleimer. Schüler und Lehrer haben zuletzt immer wieder beobachtet, dass diese mehrmals täglich von unterschiedlichen Personen nach weggeworfenen Dosen und Flaschen durchsucht werden. Es handelt sich dabei oftmals um bedürftige Menschen, für die das Einlösen von Mehrweg-Pfand in bares Geld existenziell ist.

Zunächst bedeutet das massenweise Wegwerfen von Pfandflaschen in öffentliche Müllbehälter eine immense Geld- und Ressourcenverschwendung. Laut Naturschutzbund (NABU) werden in Deutschland jährlich rund 720 Millionen Flaschen und Dosen nicht in den Supermärkten und Kiosken zurückgegeben. Die Situation ist insofern zweischneidig, da diese gedankenlose Entsorgung die Aktivitäten der zum Pfandsammeln Genötigten erst ermöglicht. Auf jeden Fall muss das Suchen im Abfall für die Betroffenen äußerst demütigend, bisweilen auch gefährlich sein.

Ein Stück weit Abhilfe schaffen wollten deshalb Lehrer Heiko Schmidtke und elf seiner Schüler der Jahrgangsstufe 12 am Technischen Gymnasium. Der Pädagoge unterrichtet das Wahlfach „Ergänzende Fertigungstechnik“ und gab seinen Zöglingen folgenden Arbeitsauftrag: Sie sollten in drei Gruppen gegeneinander antreten und als praktikable Ergänzung zu den bereits existierenden Abfallbehältern Sammelboxen für Pfandflaschen/-dosen als serienfähige Prototypen planen und konstruieren. Ziel: Das Pfand-Einsammeln auf dem Campus zu erleichtern.

Nun liegen drei unterschiedliche Lösungsvorschläge vor. Die jeweiligen Sammel-Vorrichtungen aus rostfreiem Stahl wurden bereits einem größeren Schüler-Publikum vorgestellt. Heiko Schmidtke verriet, dass einige Umsetzungsideen nun miteinander kombiniert werden. Auch die Stückkosten für die Herstellung in Serie wurden schon einmal kalkuliert, ein Fertigungsauftrag soll extern vergeben werden. Zu guter Letzt erhalten die Sammelboxen noch ein Schul-Logo. Schmidtke äußert sich sehr zufrieden über den Verlauf des Projekts. Sein Fazit fällt positiv aus: „Die Schüler haben sich prima eingebracht und sehr viel Engagement, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein gezeigt.“

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