Kreis Lörrach Sicherheit der Radler im Fokus

Peter Ade
Jährlich werden im Landkreis etwa 2200 Kinder zwischen acht und neun Jahren zu sicheren Radlern geschult. Foto: pixabay

Kreis Lörrach. Die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen, die am Straßenverkehr auf Fahrrädern teilnehmen, steht im Fokus der Präventionsarbeit von Polizei und der Kreisverkehrswacht (KVW). Deren Vorsitzender Siegfried Kukuk freute sich in der Mitgliederversammlung: „Trotz vieler Einschränkungen infolge Corona konnten wir die Ausbildung forcieren.“ Ambitioniertes Ziel bleibe ein zentraler Verkehrsübungsplatz im Landkreis.

Da im Rahmen der Mobilitätswende immer mehr Menschen aufs Fahrrad umsteigen, sei eine qualifizierte Schulung der Kinder „zwingend erforderlich“, erklärte Kukuk. Sicheres Radfahren wolle erlernt sein. Kenntnis und Beachtung der Regeln gehörten als wichtiger Bestandteil dazu. Kompetentes Personal und stationäre Jugendverkehrsschulen seien unabdingbar.

Ausdrücklich betonte der KVW-Vorsitzende die gute Kooperation mit den Polizeibeamten der Verkehrsprävention Lörrach. Zuletzt wurden sechs neue Jugendfahrräder und neue Startnummern für die Ausbildung angeschafft. Im Übrigen freute sich Kukuk, dass die Polizeibeamten Markus Schaufler und Siegfried Eichin neuerdings im KVW-Vorstand mitarbeiten, Letzterer als stellvertretender Vorsitzender.

Im Rahmen der jüngsten „Aktion Schulanfang“ stellte die KVW Städten und Gemeinden über 40 Plakate „Schulanfänger = Verkehrsanfänger“ zur Verfügung. Außerdem wurden 25 Spannbänder „Brems Dich – Schule hat begonnen“ angeschafft, um in großer Schrift Kraftfahrer darauf hinzuweisen, dass Schulanfänger mit wenig Erfahrung im Straßenverkehr unterwegs sind.

Lotsen werden gefördert

Intensiv gefördert und betreut werden Schülerlotsen und Verkehrshelfer. Die KVW stellt unter anderem Warnüberwürfe, Schirmmützen und Winkerkellen zur Verfügung. An einigen Stellen seien auch Erwachsene im Einsatz. Als „vorbildliches Beispiel in Sachen Motivation und Koordination“ bezeichnete Kukuk das Schulzentrum Steinen.

Dem Kraftfahrzeuggewerbe dankte der Vorsitzende für die alljährlich im Herbst stattfindende Beleuchtungsaktion. Sie werde von der KVW mit der Anschaffung und Installation von Spannbändern werbewirksam begleitet.

Aktiv ist die Organisation auch auf Landes- und Bundesebene. Als Vertreter der Landesverkehrswacht bestätigte Jerry Clark die erfolgreiche Kooperation mit der KVW Lörrach und die Bereitschaft, die Regionalverbände mit technischem Gerät auszustatten, um mit der fortschreitenden Digitalisierung Schritt halten zu können.

„Zufriedenstellend“ ist laut Schatzmeisterin Christiane Brill die aktuelle Kassenlage. Besonders erfreulich seien Spenden aus der Bevölkerung und die Zuweisung von Gerichtsbußen durch die Justizbehörden in Höhe von zuletzt 16 400 Euro.

Als „enorm wichtig“ bezeichnete Vorsitzender Kukuk die Suche nach einer geeigneten Fläche für einen Verkehrsübungsplatz zur stationären Radfahrausbildung im Landkreis. Es gebe in Südbaden – zum Beispiel in Emmendingen – hervorragende Jugendverkehrsschulen, die als gute Beispiele dienen könnten.

Jährlich 2200 Kinder

Jährlich würden im Landkreis insgesamt etwa 2200 Kinder zwischen acht und neun Jahren zu sicheren Radlern geschult, berichteten die zuständigen Polizisten Siegfried Eichin und Markus Schaufler, die mit zwei weiteren Beamten für die spezielle Aufgabe zuständig sind.

In acht Städten und Gemeinden stehen Übungsplätze zur Verfügung, die allerdings „nicht unbedingt optimal“ seien. Sie befänden sich auf Schulhöfen oder öffentlichen Plätzen, die von Fall zu Fall mit anderen Bestimmungszwecken geteilt werden müssten.

Ideal, so Schaufler, wäre ein eigener, zentral gelegener Übungsplatz mit 4096 Quadratmetern Nutzfläche. „Grenzwertig“ sei auch die Ausstattung der Schule. Das Material – 15 Fahrräder und zwölf Verkehrszeichen für den Aufbau eines Parcours - müsse in einem 26 Jahre alten Lkw befördert werden.

„Es muss unser Ziel sein, einen modernen, zeitgerechten Übungsplatz zu bekommen – in zentraler Lage und mit Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel“, so die übereinstimmende Forderung von Kreisverkehrswacht und Polizei.

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