Kreis Lörrach Soviel Präsenz wie möglich

Die Oberbadische
Lüften im Winter: Dick eingepackt verfolgen die Kinder den Unterricht. Foto: zVg

Kreis Lörrach - Wenn nach den Ferien die Schulen möglicherweise ihren Betrieb wieder aufnehmen, darf es nach Meinung der GEW Kreis Lörrach nicht weiter gehen wie bisher.

Mehrere Wochen lag Lörrach landesweit mit an der Spitze, was die Sieben-Tage-Inzidenz betrifft. Wie aus einer Studie des RKI hervorgeht, tragen Lehrer ein deutlich erhöhtes Risiko, sich zu infizieren, wie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Landkreis Lörrach mitteilt. Und: Schüler stellen laut RKI einen wesentlichen Teil des Infektionsgeschehens dar.

Wechselunterricht

Lange schon fordert die GEW den Einsatz von Wechselunterricht zumindest in den älteren Klassenstufen, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren und somit die Schulen schlussendlich länger offen zu halten.

Denn oberstes Ziel müsse es sein, sowohl die Gesundheit der Kinder und Lehrkräfte zu schützen und trotzdem so viel Präsenz wie möglich zu ermöglichen. „Natürlich hätten wir am liebsten einen traditionellen Präsenzunterricht. Der ist aber bei hohen Werten verantwortungslos. Deshalb gehen wir davon aus, dass nach den Ferien nicht wieder der normale Unterricht unter Volllast stattfinden kann, wenn sich die Infektionszahlen nicht dramatisch verändert haben.

Reiner Fernunterricht birgt die Gefahr, dass manche Schüler abgehängt werden. Dies haben die Erfahrungen aus dem ersten Lockdown gezeigt“, erklärt Norbert Asal, Vorstandsmitglied der GEW Lörrach und Schulleiter einer Realschule.

Nötiger Abstand

Die GEW favorisiere deshalb ein Wechselmodell, bei dem tageweise zwischen zwei Gruppen gewechselt wird. Für die Tage zu Hause erhalten die Schüler Aufgaben. Für Asal birgt dieser Wechselunterricht konkret folgende Vorteile: Der nötige Abstand könne besser eingehalten werden, überfüllte Busse und Bahnen würden verhindert, mit einem Tag ohne Präsenzunterricht sei nicht zu befürchten, dass Schüler abhängen, und der Unterricht mit halben Klassen sei ausgesprochen effektiv, sodass mehr als die halbe Lernzeit wirksam würde.

Petteri Möhwald vom Kreisvorstand und selbst Lehrer an einer Gemeinschaftsschule gibt zu bedenken, dass der Unterricht so organisiert werden müsse, dass nicht eine permanente Doppelbelastung der Lehrkräfte eintritt. Beide Gruppen parallel zu betreuen, sei fast unmöglich und scheitere immer wieder auch an technischen Problemen. Es müsse also ein echter Wechsel zwischen Gruppe A und Gruppe B stattfinden, bei dem jeweils eine Gruppe in Präsenz in der Schule ist und eine Gruppe selbstständig Aufgaben zu Hause erledigt.

Keine Masken

Die Kreisvorsitzende Anja Hanke lenkt den Blick auf die jüngeren Schüler, denen nicht zuzumuten ist, tageweise alleine zu Hause zu verbringen. Falls Wechselunterricht für jüngere Schüler angeboten werde, müssten wie bei der jetzigen Ferienverlängerung auch, Betreuungsangebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf geschaffen werden, erklärt Hanke.

Die Grundschulen plagen laut GEW aber derzeit ganz andere Probleme: Sie bekommen nach wie vor noch nicht einmal Masken zum Schutz ihrer Lehrkräfte.

In den Grundschulen gilt nach wie vor keine Maskenpflicht, daher stehen den Lehrern auch keine Masken vom Land zu. Die Lehrkräfte fühlten sich in besonders hohem Maße komplett ungeschützt.

Manche Schulen bekämen von den Gemeinden Masken zur Verfügung gestellt, längst aber nicht alle. „Wir fordern das Kultusministerium auf, auch Grundschullehrkräften FFP2-Masken zur Verfügung zu stellen, um sie entsprechend zu schützen. Es kann nicht sein, dass Lehrkräfte täglich mit knapp 30 Kindern auf engstem Raum zusammensitzen und man einfach mal hofft, dass es irgendwie schon gut geht. Arbeitsschutz sieht anders aus“, moniert Hanke in der Mitteilung.

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