Kreis Lörrach Stärker in die Pedale treten

Die Oberbadische
Im Landkreis soll das Thema Radverkehr weiter voran gebracht werden. Foto: Ursula König Foto: Die Oberbadische

Von Ursula König

Kreis Lörrach. Fehlende Velorouten, Werbung für das Radfahren und mehr Sicherheit: Im Landkreis gibt es beim Radverkehr Handlungsbedarf, wobei Weichen bereits gestellt wurden. Das ist am Dienstagabend bei einer Podiumsdiskussion in Lörrach deutlich geworden, die unter dem Titel „Radverkehr mit Sicherheit“ stand.

Wie bringen wir, wenn Grundvoraussetzungen erfüllt sind, mehr Menschen aufs Rad? So lautete eine zentrale Fragestellung, mit der sich Jürgen Wiechert von der „IG Velo“, Sebastian Lenz von der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen“ (afgk), Landrätin Marion Dammann sowie Bürgermeister Michael Wilke vor dem Hintergrund der aktuellen Umsetzung von Fahrrad geeigneten Konzepten im Landkreis beschäftigten.

Dass derzeit noch viele Velorouten fehlen, wie beispielsweise von Zell nach Lörrach, sprach Wiechert im Rahmen des Radverkehrskonzeptes an. In Zusammenarbeit mit einem Planungsbüro aus Darmstadt setzt sich das Landratsamt zum Ziel, Gefahrenstellen im bestehenden Liniennetz zu erkennen und neue Routen zu entwickeln. Dabei sollen die Kommunen aktiv mit einbezogen werden, erklärte Dammann. Allerdings: Das Konzept zeige zwar, wo es noch Lücken gibt, finanziell sei aber ein klarer Rahmen vorgegeben. Dieser belaufe sich auf 375 000 Euro jährlich. „Das bedeutet“, so Dammann, „kontinuierlich über einen längeren Zeitraum vorzugehen.“ Ein Ziel könne sein, auf unterschiedliche Verkehrsmittel zu setzen, insbesondere im ländlichen Raum.

Außer der Infrastruktur ist laut Lenz auch die Form der Kommunikation zu berücksichtigen, damit die Bevölkerung sensibilisiert werde. Ziel sei es, „durchgehend für das Rad zu werben“.

Speziell das Thema Radsicherheit brennt den Velofahrern offenbar unter den Nägeln, geht man von der Zahl der Wortmeldungen aus dem Publikum aus. Verstärkt wurde auch der Frage nachgegangen, wie lange die Anbindung von bestimmten Orten an ein sicheres Fahrradnetz noch dauert. Großes Thema war ebenso die Velohalle in Lörrach sowie die Differenzgeschwindigkeit zwischen Auto und Fahrrad, die immer wieder zu gefährlichen Unfällen führe. Alle Verkehrsteilnehmer seien soweit zu sensibilisieren, erklärte Lenz, dass ein Bewusstsein dafür entstehe: „Jederzeit und überall kann mir ein Radfahrer begegnen.“ Konkret geht es vor allem darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, alle Verkehrsteilnehmer als gleichwertig einzustufen. Wichtig sei auch, unterschiedlichen Altersklassen das Mittel „Rad“ näher zu bringen, womöglich in Kombination mit anderen Verkehrsmitteln.

Die Grenze nach oben sei auch beim Thema Fahrradtransport in Linienbussen noch lange nicht erreicht, erklärte Wilke.

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