Kreis Lörrach Suchthilfe lohnt sich wirtschaftlich

Sie ziehen an einem Strang: (sitzend v.l.) Rebekka Steimle und Marion Dammann, sowie (stehend v.l.) Peter Eichin, Frank Meißner, Bruno Kleeb, Egon Hoffmans (Vorsitzender AKRM) und Michael Hellmann. Foto: Gottfried Driesch Foto: Die Oberbadische

Der Landkreis Lörrach beteiligt sich seit vielen Jahren an der lokalen Suchtprävention und -hilfe. Eine neue Leistungsvereinbarung soll bis zum Jahresende 2026 laufen. Dafür stellt die Kreisverwaltung die Summe von 8,5 Millionen Euro bereit.

Von Gottfried Driesch

Kreis Lörrach. Am Mittwoch wurde diese Zusammenarbeit mit mehreren Institutionen, die wertvolle Arbeit vor Ort leisten, fortgeschrieben. „Wir müssen achtsam in unserer Gesellschaft sein“, betonte Landrätin Marion Dammann. Dazu müsse man sich kompetente Partner ins Boot holen, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene frühzeitig ansprechen und sie auf die Gefahren von Suchtmitteln aufmerksam machen. Nach Möglichkeit solle man die Angehörigen einbeziehen. Dammann sprach dem Kreistag dafür Dank aus, dass er die Mittel für die neue Leistungsvereinbarung bereit gestellt habe.

Bestehende Programme weiterentwickeln

„Es geht um die Weiterentwicklung bestehender Programme“, betonte der Suchtbeauftragte des Landkreises Lörrach, Michael Hellmann. Viele davon wie das Alkoholpräventionsprogramm für Kinder und Jugendliche „HaLT“ der Villa Schöpflin haben bereits gute Erfolge aufzuweisen. Hellmann regte an, vermehrt auf „Multiplikatorenschulungen“ für Lehrer und Erzieher zu setzen. Ferner sei es wichtig, sich um Kinder suchtkranker Eltern zu kümmern.

Rebekka Steimle, Leiterin der Fachstelle Sucht/Suchthilfe Drehscheibe im Baden-Württembergischen Landesverband (BWLV), betonte, dass sich Suchthilfe auch wirtschaftlich lohne.

„Jeden Euro, den wir für die Suchthilfe ausgeben, erspart drei bis vier Euro, die wir sonst ausgeben müssten“, sagte sie.

„Wir sind in Lörrach gut aufgestellt“, meinte auch Peter Eichin, Geschäftsführer der Villa Schöpflin. Diese kümmere sich um Menschen mit Suchtverhalten bei Alkohol, Tabak, Cannabis, Medien und Glücksspiel.

In Lörrach sei der Arbeitskreis Rauschmittel (AKRM) fest etabliert. Inzwischen unterhalte er Außenstellen in Schopfheim, Weil am Rhein, Rheinfelden und Zell im Wiesental.

Gerade bei älteren Menschen würde eine Abhängigkeit häufig verschwiegen, meinte Bruno Kleeb (Vorsitzender Blaues Kreuz, Schwerpunkt Alkohol und Medikamente). Dies sei ein Problem, das inzwischen auch Alten- und Pflegeheime erreicht hätte.

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