Anzeige Tag der erneuerbaren Energien

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Auch die Nutzung der Sonnenenergie – hier der Blick über großzügiges Solardach im Lörracher Ortsteil Hauingen – hat eine Schlüsselrolle im Bemühen um Treibhausgas-Reduzierungen.                                           Foto: Peter Ade

Kreis Lörrach (pad). Eine der größten Baustellen der Republik ist der Energiesektor. Er muss den Großteil der nationalen Treibhausgas-Reduzierungen bis 2030 und 2045 erbringen. Der grünen Stromerzeugung kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, da die Sektoren Verkehr, Industrie und Gebäude elektrifiziert und die Wasserstoffelektrolyse hochgefahren werden müssen.

Die Stromproduktion basiert aktuell zu rund 60 Prozent auf den fossilen Energien Kohle, Gas und Öl sowie der Kernkraft. Die Ampelkoalition hat sich das Ziel gesetzt, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung von aktuell rund 42 auf 80 Prozent im Jahr 2030 zu erhöhen. Fünf Jahre später soll der Strom in Deutschland nahezu vollständig aus erneuerbaren Energien stammen, so das Ziel der vom Wirtschafts- und Klimaministerium (BMWK) geplanten Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die am 1. Januar 2023 in Kraft treten soll.

Mehr als fünf Millionen Erneuerbare-Energie-Anlagen versorgen Deutschland mittlerweile klimaschonend mit Strom und Wärme. Dabei übernehmen sie mehr und mehr systemstabilisierende Funktionen – und schützen dabei das Klima, schaffen Arbeitsplätze und fördern Innovationen im Technologieland Deutschland. „Wir sollten ehrlich die Augen öffnen und in einem transparenten Prozess die Energiewende begleiten“, betonen Experten übereinstimmend.

Der Tag der Erneuerbaren Energien ist ein bundesweiter Aktionstag, der jährlich am letzten Samstag im April an die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl vom 26. April 1986 erinnert. Initiiert wurde der Tag im Jahr 1996 von der Stadtverwaltung Oederan (Sachsen) sowie der Stadtbau- und Wohnungsverwaltungsgesellschaft Oederan.

Mittlerweile zeigen an diesem Tag bundesweit Anlagenbetreiber, Bürgerinitiativen und Unternehmen auf, wie die Energieversorgung auf der Basis der erneuerbaren Energien funktioniert. Sämtliche Verfahren der Erneuerbaren Energien – von Windkraft und Solarenergie über Bioenergie bis hin zu Wasserkraft und Geothermie – werden dabei vorgestellt und erlebbar gemacht.

Der Umstieg von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energien gilt nicht nur als Chance für Klima und Menschen, sondern kann auch einen Beitrag zur Stärkung der regionalen Wirtschaft im Energie- und Umwelttechnologiesektor leisten. In seiner „Eröffnungsbilanz Klimaschutz“ von Anfang Januar hat Robert Habeck als neuer Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz sehr eindrücklich die enormen Herausforderungen dargestellt, die Deutschland auf dem Weg zur Klimaneutralität meistern muss.

Mit dem von Russland ausgelösten Ukraine-Krieg haben sich die Rahmenbedingungen für die deutsche und europäische Klimapolitik noch einmal deutlich verändert. Der bis 2045 geplante weitgehende Ausstieg aus der Nutzung von Öl, Kohle und Gas hin zu erneuerbaren Energien erhält nunmehr auch aus sicherheitspolitischen Gründen höchste Dringlichkeit. Es gilt, mittelfristig die Importabhängigkeit von fossilen Energien zu reduzieren und Stück für Stück mehr Energiesouveränität aufzubauen.

Neben der Steigerung der Energieeffizienz in allen Nachfragesektoren sind der weitere Ausbau der grünen Stromerzeugung in Deutschland, der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft sowie der Import von alternativen Energieträgern aus sonnen- und windreichen Regionen die zentralen Aufgaben.

In Baden-Württemberg hat die grün-schwarze Koalition den Bau von rund tausend Windrädern in Aussicht gestellt. Eine Task Force aus Fachleuten und Amtsleitern soll herausfinden, wie sich die Planungsverfahren auf mindestens dreieinhalb Jahre verkürzen lassen. Dazu gehören einfachere Genehmigungsverfahren und eine Vergabeoffensive für die Verpachtung von Flächen im Staatswald. Überdies sollen die Rechtswege verkürzt und die Zahl der Anfechtungen gegen Genehmigungsbescheide verringert werden.

Ende September 2021 waren im Südwesten laut Umweltministerium 759 Anlagen in Betrieb, das waren gerade einmal 28 mehr als im Jahr zuvor.  Jedoch betont eine Sprecherin: „Wir machen deutliche Fortschritte in Richtung einer Halbierung der bisherigen Verfahrensdauer.“

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