Kreis Lörrach Universitäres Wissen transferieren

Mit dem Ziel die wohnortnahe Gesundheitsversorgung im Landkreis Lörrach zu stärken ist das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Lörrach vor fünf Jahren angetreten. Zwischenzeitlich ist die Einrichtung etabliert und es wird sogar über eine Erweiterung nachgedacht. Auch in diesem Jahr ist das MVZ Lörrach Sponsor der Benefiz-Zirkusgala „Salto Sociale“ im Rahmen der Weihnachtsaktion „Leser helfen Not leidenden Menschen“ unserer Zeitung.

Von Alexander Anlicker

Kreis Lörrach. „Wir sind vom Landkreis unterstützt worden und sind Teil der Gesundheitsversorgung der Region“, sagt Geschäftsführerin Heike Jost auch mit Blick auf die vielfältige Zusammenarbeit mit den benachbarten Kreiskliniken. „Wir wollen uns auch für den Landkreis und seine Bevölkerung engagieren, nicht nur in dem wir Arbeitsplätze schaffen. Wir kommen aus dem sozialen Bereich und wollen uns auch engagieren und Verantwortung tragen“, begründet Jost die Unterstützung der Aktion „Leser helfen Not leidenden Menschen“.

Das MVZ verfügt über zwei Fachbereiche die Strahlentherapie einerseits und andererseits die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.

Den Ausschlag für die Gründung des Medizinischen Versorgungszentrums gab die Strahlentherapie. „Früher mussten jährlich mehr als 500 Patienten aus Lörrach und den Kreisgemeinden zur Strahlentherapie nach Basel fahren“, berichtet die MVZ-Geschäftsfüherin und unterstreicht: „Es ist sinnvoll, dass die Patienten wohnortnah versorgt werden.“ Aufgrund der schon länger bestehenden Zusammenarbeit zwischen dem onkologischen Schwerpunkt in Lörrach und dem Universitätsspital Basel wurde die Möglichkeit geschaffen, das Know How des Universitätsspitals in der Strahlentherapie auch in Lörrach anzubieten.

Im Jahr 2012 hat das MVZ seinen Betrieb an der Wallbrunnstraße aufgenommen, zunächst mit den Schwerpunkten Mund-, Kiefer und Neurochirurgie. Parallel dazu wurde der Bau des Gesundheitzzentrums „ambulo“ an der Röntgenstraße in unmittelbarer Nachbarschaft der Kreiskliniken vorangetrieben. Im Juni 2014 wurden dann beide Fachbereiche hier unter einem Dach vereint.

„Es ist schön, dass wir universitäres Wissen hierher transferieren und anbieten können“, sagt Jost.

Die Strahlentherapie verfügt über einen hochmodernen Linearbeschleuniger. Diser ermöglicht eine individuelle, exakte und schonende Behandlung von gut- und bösartigen Tumorerkrankungen, aber auch von vielen schmerzhaften Erkrankungen von Knochen und Gelenken.

Spannend ist ein Blick in den „Back-Office-Bereich der Medizinphysik“ – wie die hausinterne Publikation des Universitätsspitals den Arbeitsplatz der Medizinphysiker nennt. Hier werden die Therapien detailliert geplant, so dass die Strahlung nur dort wirkt, wo sie auch wirken soll.

Trotz aller hochmoderner Technik steht immer noch der Mensch im Mittelpunkt. Neben der eigentlichen Behandlung wird großer Wert auf individuelle Betreuung und Beratung der Patienten, aber auch deren Angehörigen, gelegt.

Neben der Strahlentherapie ist die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie mit einem Schwerpunkt bei der Implantologie das zweite Standbein des Medizinischen Versorgungszentrums. „Es kommen auch Kinder zu uns, die aufgrund ihrer Lebensumstände einen schlechten Zustand ihrer Zähne mitbringen“, schlägt Heike Jost den Bogen zurück zum diesjährigen Schwerpunktthema „Kinderarmut“ der Weihnachtsaktion. Man versuche gerade auch für Angst- und Schmerzpatienten eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, ergänzt sie.

Insgesamt beschäftigt das MVZ mittlerweile mehr als 30 Mitarbeiter, darunter sind Ärzte, Medizinisch-Technische Angestellte, Zahn- beziehungsweise Medizinische Fachangestellte, Zahntechniker und Medizinphysiker. Tendenz steigend, denn aufgrund der hohen Nachfrage wird bereits über eine Erweiterung und die Anschaffung eines zweiten Linearbeschleunigers nachgedacht. Ärztliche Leiter sind Professor Philipp Jürgens und Dr. Walter Harder.

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