Kreis Lörrach Unterstützung in der Energiekrise

Michael Werndorff
Die steigenden Heizkosten bereiten besonders Menschen mit kleinem Einkommen große Sorgen. Foto: Pixabay

Inflation und Energiepreissteigerungen machen vielen Bürgern zu schaffen. Das Diakonische Werk im Landkreis Lörrach unterstützt Menschen, die wegen der explodierenden Energiepreise in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind.

Von Michael Werndorff

Kreis Lörrach. Im September lagen die Energiekosten um 43,9 Prozent und die Kosten für Nahrungsmittel um 18,7 Prozent höher als im Vorjahr, wie Marion Dammann, Landrätin und Schirmherrin der Benefizaktion „Leser helfen Not leidenden Menschen“ des Verlagshauses Jaumann, im Rahmen der Binzener Runde erklärte (wir berichteten).

Das führe dazu, dass nicht nur Empfänger von Sozialhilfe und Aufstocker ein Problem hätten, sondern auch Berufstätige mit geringem und mittlerem Einkommen. Darauf wiesen auch Karin Racke, Geschäftsführerin Diakonisches Werk im Landkreis Lörrach, und Dekanin Bärbel Schäfer gestern bei der Vorstellung des Hilfsangebots der Evangelischen Landeskirche hin.

Anspruchsberechtigte können bei ihrer Beratungsstelle der Diakonie vor Ort einen Antrag auf finanzielle Einmalhilfe stellen. Mit der Hilfe können Betroffene eine akute finanzielle Notlage überbrücken. Sie richtet sich an Menschen mit niedrigem oder mittlerem Einkommen, die nicht von staatlichen Transferleistungen profitieren. Antragsberechtigt sind alle Menschen, die ihren ersten Wohnsitz in Baden haben und aktuelle Nachzahlungen für Heizung oder Strom nicht bezahlen können. Anfang November sollte die Unterstützung verfügbar sein, so Racke weiter.

Große Nachfrage erwartet

„Wir rechnen mit einer großen Nachfrage“, sagte Racke. Schon jetzt verbuche die Schuldnerberatung 30 Prozent mehr Beratungsanfragen. Dabei seien Rechnungen und Heizkostensteigerungen noch gar nicht flächendeckend bei den Bürgern angekommen, so Racke weiter. Das Thema werde sich durch das gesamte erste Halbjahr 2023 ziehen. Ängste und Sorgen seien groß. Menschen mit geringem Einkommen hätten keine Sparpotenziale mehr.

Möglich wird die Hilfe auf Beschluss der Evangelischen Landeskirche in Baden. Sie verzichtet auf Einnahmen aus der Energiepreispauschale und gibt sie stattdessen an Bedürftige weiter, berichtete Schäfer. Die dadurch freiwerdenden Mittel fließen in den Energienothilfefonds, der beim Diakonischen Werk Baden eingerichtet worden ist. Es wird mit rund zwei Millionen Euro gerechnet. Dabei handelt es sich um den Kirchensteueranteil, der auf den staatlichen 300 Euro-Bonus je Begünstigten anfällt.

Raum zur Begegnung

Da diese Mittel auf Dauer nicht reichen werden, bittet das Diakonische Werk Lörrach um Spenden. Es ruft dazu auf, die Energienothilfe finanziell zu unterstützen. Menschen in Not sollen so vor Stromsperre oder gar Wohnungsverlust bewahrt werden, sagten Dekanin Schäfer und Racke.

Ein zweites Standbein bildet die Aktion #wärmewinter. Kirchengemeinden sollen einmal wöchentlich Gemeindehäuser heizen, um Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich aufzuwärmen und auch etwas Warmes zu essen. Dabei solle man auch soziale Kontakte pflegen und miteinander ins Gespräch kommen, wie Schäfer darlegte. Kirchen sollen dabei als offene Orte der Begegnung wahrgenommen werden.

 Weitere Infos erhalten Interessierte per E-Mail an info@diakonie-loerrach.de oder Tel. 07621/92630. Spendenkonto der Evangelischen Bank: IBAN: DE 71 5206 0410 0105 0204 33

  • Bewertung
    2

Umfrage

Zeichen

Die Fußball-WM in Katar sorgt für wenig Begeisterung. Sind Sie schon im Fußballfieber?

Ergebnis anzeigen
loading