Kreis Lörrach - Zum zweiten Mal trafen sich Eisenbahnvertreter, Politiker und Fahrgäste am Mittwoch in Waldshut zu einem Hochrheinbahngipfel. Die Gesprächsrunde begann wenig zuversichtlich, denn seit dem vorherigen Treffen im Sommer konnte nur wenig verbessert werden.

So teilte die Deutsche Bahn mit, dass jetzt zwar in allen 612er-Zügen neue Hublifte eingebaut sind, diese aber so langsam funktionieren, dass bei Benutzung stets spürbare Verspätungen auftreten. Das war auch gleich ein Thema für die Fahrgäste. Sie bemängelten die unzureichende Barrierefreiheit auf vielen Stationen. Zwar gebe es hier und da Aufzüge, doch oftmals seien diese defekt. Bahnmitarbeiter antworten darauf, dass sie ohnehin Rampen bevorzugen, weil diese nicht störanfällig sind, doch nicht alle Stationen bieten dafür Raum.

David Weltzien zog eine Bilanz der Zeit seit dem vergangenen Sommer. Der Regionalvorsitzende von DB Regio erklärte, dass die Interregio-Expresszüge weiterhin mit erheblicher Unpünktlichkeit fahren. Deutlich besser sehe es bei den Triebwagen zwischen Waldshut und Basel aus.

Defekte in den Zügen stoßen auf Kritik

Kritisiert wurden auch die häufig auftretenden Defekte im Zug, so funktionieren Toiletten oder Türen nicht, und nach wie vor ist das zu kleine Erste-Klasse-Abteil Anlass zur Unzufriedenheit. Sowohl Fahrgäste als auch Vertreter aus den Kommunen brachten ins Gespräch, dass der Fahrplan für die schnellen Züge mit mehr Pufferzeiten angepasst werden sollte.

Für die Landesregierung nahm Ministerialdirektor Uwe Lahl aus dem Verkehrsministerium teil. „Wir können mit den notwendigen Verbesserungen an der Infrastruktur nicht bis zur Elektrifizierung warten, wir müssen kurzfristig einen stabilen und zuverlässigen Verkehr erreichen“, forderte er. In der Zeit des früheren DB-Vorsitzenden Mehdorn sei zu vieles aus Kostengründen abgebaut worden, damit seien etliche Erfordernisse im täglichen Betrieb nicht mehr zu erfüllen. Dieser Abbau von Weichen und Signalen sollte schnell korrigiert werden. „Wir benötigen für die Hochrheinbahn nicht nur die Elektrifizierung, sondern einen Streckenausbau, und der wird eben teurer als ursprünglich vorgesehen.“ Um die hohe Ausfallquote nach Unfällen von IRE-Zügen auszugleichen, übernimmt die Bahn drei weitere VT 612-Triebwagen aus dem Sauerland. Zwar habe die Bahn seit dem Sommer dank der Zuführung weiterer Fahrzeuge zunächst eine Stabilisierung erreicht, jedoch brachte die Häufung von Unfällen um die Jahreswende wieder Ausfälle, die auch dazu führen, dass nicht alle Züge, für die es vorgesehen ist, in Doppeltraktion fahren. Derzeit überlegt die Bahn, ob der in Friedrichshafen stationierte Reservezug nach Singen umgesetzt wird, um von dort aus flexibel auf die Strecke zu fahren, wenn ein anderer Zug ausfällt.