Kreis Lörrach Verzögerungen wären kostspielig

Rund 100 interessierte Bürger waren zur Vorstellung der Planfortschreibung für das neue Zentralklinikum ins Lörracher Landratsamt gekommen. Dort konnten sie sogar mittels VR-Brillen einen virtuellen Rundgang durch das neue Klinikum machen. Foto: Manfred Herbertz

Kreis Lörrach - Die Planungen für das Zentralklinikum schreiten zügig voran, und das ist auch angebracht. Denn wie Projektleiter Thorsten Stolpe bei einer Infoveranstaltung im Landratsamt sagte, werde jede Verzögerung monatlich bis zu 800 000 Euro kosten.

Über den aktuellen Stand der Planungen informierte das Planungsteam am Montagabend etwa 100 interessierte Bürger. Deutlich wurde dabei, dass man mit Hochdruck die Planungen vorantreiben will. „Wenn wir die anvisierten Termine nicht einhalten können, wird es teuer.“ Denn bei einer geschätzten Baukostensteigerung von nur drei Prozent würden bei einer Verzögerung 800000 Euro pro Monat anfallen, betonte Stolpe. Deswegen sei man bemüht, die Arbeiten schnell zu beauftragen, um Kostensicherheit zu haben. Er machte das an einem Zahlenvergleich deutlich. Als das Projekt im Jahr 2016 angegangen wurde, sei man von Kosten von 239 Millionen Euro ausgegangen. Inzwischen seien die Kosten bei 303 Millionen Euro angelangt, zuzüglich etwa 18 Millionen Euro für Grundstück und Erschließung.

Die Verantwortlichen hoffen, im Sommer den Bauantrag fertig zu haben. Mit den Fachbehörden stehe man hierzu in engem Kontakt. Baubeginn soll im September 2020 sein, wobei mit einer Bauzeit von rund viereinhalb Jahren gerechnet wird.

Stadt Lörrach mit viel Personaleinsatz dabei

Wie Landrätin Marion Dammann sagte, werde der Bauantrag schnellstmöglich an die Stadt Lörrach weitergereicht. Lörrachs Oberbürgermeister Jörg Lutz betonte, dass die Fachbehörden der Stadt mit viel Personaleinsatz dabei seien, den überaus komplexen Bebauungsplan zu erstellen.

Stolpe und Klinikengeschäftsführer Armin Müller stellten anhand von Visualisierungen – teils in bewegten 3D-Simulationen – einige Innenräume, darunter die Eingangshalle, einen Operationssaal und ein Patientenzimmer vor. Zudem konnten die Besucher das neue Klinikum erstmals virtuell mit einer Virtual Reality-Brille von innen erleben.

Zahlreiche Fragen rund um das Klinikum wurden von den Fachleuten beantwortet. Auf die Frage nach dem S-Bahn-Anschluss sagte OB Lutz, dass die beauftragte Machbarkeitsstudie, welche auch eine mögliche Zweispurigkeit für die S-Bahn untersucht, im Sommer vorliegen werde. Auch die Anbindung der B 317 und die Anbindung nach Steinen werde gesichert.

Bettenzahl etwas höher als Schlüssel vorgibt

Von Interesse war auch, ob die Zahl der Betten und die der Geburtshilfe ausreichend sei, zumal ja die Bevölkerungszahl stetig wachse. Hierzu erklärte Armin Müller, man habe die Planbettenzahl fortgeschrieben und mehr erreicht, als der Schlüssel zulasse.

Neben dem Zentralklinikum ist auch ein Ärztehaus geplant. Geäußerte Sorgen seitens der Bürger, dass eventuell die Innenstadt einen Ärzteschwund erfahren werde, verneinten Müller und Lutz. Am Klinikum würden nur solche Spezialpraxen angesiedelt, die schon jetzt in unmittelbarer Umgebung des Krankenhauses seien.

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