Kreis Lörrach Viel Arbeit und wenig Nachwuchs

Mit einem festlichen Abend hat die Elektroinnung des Kreises Lörrach am Samstag in der Maulburger „Eventfabrik“ ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Eingeladen waren die Meister aller 48 Firmen.

Von Rolf Reißmann

Kreis Lörrach. Vizepräsident Wolfgang Schmidt überbrachte die Grüße des Baden-Württembergischen Elektro-Fachverbandes. „Im Vergleich zu anderen Gewerken gehören wir zu den jungen Berufen, denn unser Handwerk begann eben erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts“, sagte er. „Aber wir haben extrem schnell aufgeholt und gehören heute zu jenen, die am weitesten in die Zukunft hinein denken und arbeiten.“

Neue Perspektiven

Allerdings sei auch diese Branche nicht von wirtschaftlichen Entwicklungen abgekoppelt. So zeige sich gegenwärtig ein Rückgang der Aufträge ab. Aber dies sei noch keineswegs bedenklich. Viel ernster, erklärte Schmidt, sei die Nachwuchsentwicklung.

Vor 20 Jahren noch seien die Absolventen der Hauptschulen die wichtigste Gruppe gewesen, aus der sich Lehrlinge bewarben. Inzwischen aber gebe es viel zu wenige Hauptschulen, und die Zahl der Jugendlichen insgesamt ging auch zurück.

Andererseits gibt es aber auch neue Geschäftsfelder, die diesem Handwerk völlig neue Perspektiven eröffnen. So werden die Elektrohandwerker wohl die wichtigsten Partner für die Installation der von der Bundesregierung angestrebten 900 000 Ladestationen für Elektroautos sein. Dies soll auch Möglichkeiten einer neuen Partnerschaft zu den Kraftfahrzeugwerkstätten bringen.

Dank an die Partner

Kreishandwerksmeister Martin Ranz beschrieb die Vielfalt, zu der sich in den zurückliegenden 100 Jahren die Innung entwickelte. Zwar blieb die anfängliche Elektroinstallation bis heute ein wichtiges Arbeitsfeld, aber Kommunikationstechnik, Automatisierung, Büro- und Systemtechnik kamen über die Jahre hinzu.

Markus Roths, langjähriger Innungsmeister der Elektrohandwerker im Kreis Lörrach, ging auf die Zusammenarbeit mit Partnern ein. Zuerst nannte er die Lehrer und Ausbilder an den Gewerbeschulen. Sie tragen zu qualifiziertem Nachwuchs bei. Außerdem komme heute der Lobbyarbeit höchste Bedeutung zu. Über Land und Bund reiche die notwendige Zusammenarbeit bis zur Europäischen Union. „Dass dies durchaus wirksam ist, beweisen die jetzt von der EU wieder eingeführte Meisterpflicht in etlichen Gewerken“, erklärte er. „Unsere Innung sieht auch eine besondere Aufgabe der ständigen Weiterbildung, sowohl der Beschäftigten als auch der Meister selbst.“

Zahlen

Die 100-jährige Innung versieht ihr neues Geschäftsfeld mit der Bezeichnung Elektro- und Informationstechnik. In den zugehörigen Betrieben finden rund 300 Mitarbeiter eine Beschäftigung, außerdem werden 150 Lehrlinge ausgebildet.

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