Kreis Lörrach Vom Märkchen zur Marke

Der Autor Jon Christoph Berndt. Foto: Adrian Steineck

Kreis Lörrach - Wenn ein Referent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Lörrach seinen Vortrag damit eröffnet, mit einem kleinen Hammer eine Cola-Flasche zu zerschlagen, dann darf derjenige wohl für sich in Anspruch zu nehmen, eine „Marke“ zu sein. So geschehen beim Vortrag von Jon Christoph Berndt am Dienstag im Rahmen der Veranstaltungsreihe Studium Generale.

Die unkonventionelle Eröffnung hatte einen Hintergrund: Berndt ließ seine Zuhörer anhand der Bruchstücke raten, um welche Art von Cola-Flasche es sich handelt. Zwar ließ die Antwort „Coca-Cola“ ungewohnt lange auf sich warten – Berndt: „Sonst kommt das immer wie aus der Pistole geschossen“ – aber das Experiment zeigte doch, dass starke Marken auf Anhieb zu erkennen sind. Beim zweiten zu ertastenden Objekt, einem Nutella-Glas, ging dies anhand der Form und des geriffelten Deckels dann bereits deutlich schneller.

Wie man ein Gesicht in der Menge entwickelt

Auch für Menschen gelte es laut Berndt, zu ihrer eigenen Marke zu werden. „Sie müssen ein Gesicht in der Menge haben“, sagte der Erfinder des sogenannten Human Brandings und appellierte an jeden der gut 300 Zuhörer: „Gehe raus! Polarisiere!“

Aufmerksamkeit sei die härteste Währung der Welt, hatte der Referent bereits im Vorfeld in einem Interview mit unserer Zeitung verraten ( Die Oberbadische vom 4. Februar). Dies gelte im Zeitalter der sozialen Medien mehr denn je, denn: „Alle schreien, und keiner hört mehr zu.“

Berndt gab auch Ratschläge, wie Aufmerksamkeit für Menschen wie auch für Unternehmen erzielt werden kann. „Wir widmen unsere Aufmerksamkeit Menschen, die profiliert sind“, legte der Unternehmensberater dar.

Um zur Marke zu werden, gelte es herauszufinden, wofür man steht. Hier führte Berndt Automarken als Beispiel an: BMW stehe für Freude am Fahren, Mercedes-Benz für Sicherheit und Audi für Autonomie. In diesem Zusammenhang sagte er, dass Fakten informieren würden, Geschichten aber berühren. Auf die gängige Frage bei Feiern „Und, was machst du so?“ müsse man etwa nicht automatisch mit seinem Beruf antworten, sondern könne durchaus etwas Überraschendes von sich preis geben. „Aufmerksamkeit ist, wenn hinter Ihrem Rücken über Sie gesprochen wird“, sagte der gelernte Journalist.

Wichtig sei es auch, nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. „Reich ist, wer sagt: Es reicht“, meinte Berndt. Generell machte sich der Referent dafür stark, aus den Möglichkeitsformen „hätte, könnte, würde“ häufiger „habe, kann und werde“ zu machen, seine Träume also mutig in die Tat umzusetzen. Nur dann werde man zu einer starken Marke.

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