Kreis Lörrach Vorausschauend handeln

Robert Habeck und Josha Frey stellten sich im Online-Gespräch den Fragen der Zuschauer. Moderiert wurde das virtuelle Townhall-Meeting von Christine Grüger. Foto: Denis Bozbag

Kreis Lörrach. Zu seinem 10. „Freygespräch“ hat der Lörracher Grünen-Landtagsabgeordnete Josha Frey am Donnerstagabend ein virtuelles Townhall-Meeting anberaumt, zu diesem er den Bundesvorsitzenden der Grünen Robert Habeck eingeladen hatte. Durch die Veranstaltung führte Christine Grüger, Raumplanerin und Moderatorin bei suedlicht moderation.

Habeck richtete sogleich einen Appell an die rund 80 Zuschauer der Online-Gesprächsrunde: „Geben Sie bei der Landtagswahl am 14. März ihre Stimme ab.“ Auch wenn Corona derzeit die Gegenwart dominiere und alle von den Einschränkungen mittlerweile ermüdet, erschöpft und ausgelaugt seien, so sollte man nicht vergessen, dass mit der Wahl einer neuen Regierung auch immer die politsche Zukunft gestaltet werde. „Die Pandemie hat offengelegt, was passiert, wenn man nicht vorausschauend handelt.“ Dies gelte sowohl für die Gesundheits-, als auch für die Klimakrise. „Wir haben es beim Klima mit einer Menschheitskrise zu tun sowie mit dem Verlust von Lebensräumen und damit auch mit dem des sozialen Friedens und infolgedessen der demokratischen Stabilität in den vom Klimawandel betroffenen Gebieten.“ Somit sei die nächste Wahl eine Abstimmung darüber, wie vorausschauend die Gesellschaft agieren könne oder ob man eine weitere Krise eskalieren lasse, warnte Habeck mit Verweis auf die Flüchtlingskrise in Syrien und den Reaktorunfall in Fukushima.

Frey sprach in diesem Zusammenhang von einer „Politik der Vorsorge“. Die Grünen-Regierung im Land habe diese Maxime bereits durch zahlreiche nachhaltige Projekte eingelöst. „Mit Winfried Kretschmann haben wir einen Wissenschaftler als Landeschef, der nicht schnell aus der Hüfte schießt, sondern sich vor einer Entscheidung mit Experten umgibt.“

Frey und Habeck gingen auch auf Fragen der Zuschauer ein. Dem Vorschlag, die Energiewende durch einen Umstieg auf Atomstrom zu beschleunigen, erteilten beide eine klare Absage: „Die Atomkraft bleibt potenziell gefährlich“, betonte Habeck. Ohne einen Endlagerstandort für die Brennelemente sei dies eine unredliche Diskussion. Frey fügte hinzu, dass die Atomenergie unnötig geworden sei: „Wir haben sichere erneuerbare Energien zur Auswahl.“ Er sah den Ausbau von Photovoltaikanlagen als verpflichtend an. Auch mehr Windanlagen im Landkreis hätte er sich gewünscht. Dies sei aber von Peter Hauk (CDU), Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, durch Beschlüsse konterkariert worden.

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