Kreis Lörrach Wappnen für fünfte Welle

Adrian Steineck
Die Intensivstationen im Kreis bereiten sich auf die Omikron-Welle vor. Foto: Jens Büttner/dpa

Die fünfte Welle der Corona-Pandemie türmt sich weiter auf, auch im Landkreis Lörrach: Am Mittwoch wurde dem Gesundheitsamt mit 360 Neuinfektionen ein neuer Höchststand seit Beginn der Pandemie vermeldet (siehe nebenstehender Artikel). „Die kommenden Wochen können herausfordernd werden“, sagte Landrätin Marion Dammann in einem Online-Pressegespräch des Landkreises zur aktuellen Situation.

Von Adrian Steineck

Kreis Lörrach. Der Tenor dabei lautete: Es gibt im Landkreis Lörrach ein sogenanntes diffuses Infektionsgeschehen. Auffallende Häufungen von Infektionen, die sich zu einem einzelnen Ort oder Anlass zurückverfolgen lassen, werden laut der Leiterin des Fachbereichs Gesundheit, Katharina von der Hardt, nicht sichtbar. Und: Auf den Intensivstationen spiegelt sich die fünfte Welle bisher nicht wider, wenngleich die Kliniken des Landkreises Lörrach sich bereits für die Omikron-Welle rüsten und Intensivbetten frei halten.

Zum Infektionsgeschehen

Das Land Baden-Württemberg liege zwar bundesweit mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 347,5 (Stand: Donnerstagmittag) nicht an einem der vorderen Plätze, was die Zahl der Infektionen angeht, sagte von der Hardt weiter. Zugleich aber gehöre der Kreis Lörrach zu den Landkreisen, die in Baden-Württemberg mit am stärksten betroffen sind und gegenwärtig mit einer Inzidenz von 549,7 (Stand: Donnerstag) gar den Spitzenplatz belegt.

Wenn man sich frage, woran das liege, müsse man den Blick in die Nachbarländer richten, sagte von der Hardt weiter. Sowohl in der Schweiz mit aktuell 2081 als auch in Frankreich mit insgesamt 2988 sei die Sieben-Tage-Inzidenz nochmals deutlich höher als im Kreis Lörrach. „Da ist es eigentlich ein Wunder, dass die Inzidenz bei uns nicht noch viel höher ist“, sagte sie mit Blick auf die Grenzlage im Dreiländereck.

Lage in den Heimen

Diffus ist das Infektionsgeschehen auch in den Pflegeheimen und den Einrichtungen für behinderte Menschen, wobei diese sich laut der Leiterin des Fachbereichs Gesundheit bisher allerdings nicht als Pandemietreiber erweisen. Insgesamt gibt es 24 Fälle in vier Einrichtungen, darunter drei Häufungen mit 23 Fällen. Bei den Mitarbeitern sind bisher 19 Fälle in sieben Einrichtungen gemeldet worden, darunter zwei Häufungen mit insgesamt zwölf Fällen.

Lage in Schulen und Kitas

An den Kitas im Landkreis Lörrach gibt es zwei Häufungen mit insgesamt 16 Fällen in zwei Einrichtungen.

An den Schulen gibt es drei Tage nach Ende der Weihnachtsferien noch keine relevanten Häufungen. Es werde in der ersten Woche nach den Ferien noch so bleiben, dass alle Schüler jeden Tag getestet werden, sagte von der Hardt auf Nachfrage. Wenn sich der Schulalltag wieder eingependelt hat, würde hingegen nur noch bei einem Verdachtsfall in einer Klasse täglich getestet. Auch sei es nach jetzigem Stand nur nach den Weihnachtsferien so, dass in der ersten Woche tägliche Corona-Tests für die Schüler anstehen.

Situation in den Kliniken

Hans-Heinrich Osterhues, der Ärztliche Direktor der Kliniken des Landkreises Lörrach, ging darauf ein, dass man sich seit zwei Wochen im „Omikron-Modus“ befinde. „Wir halten Betten frei, und wir haben die Bereiche Isolation und Infektion um eine dritte Station erweitert“, sagte er. Am Mittwoch etwa hätten sich auf allen drei Stationen zeitweise 50 Personen befunden, von denen 20 positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. „Täglich kommen drei bis fünf Patienten mit Verdacht auf Corona über die Notaufnahme herein, vier Patienten sind in der Regel permanent auf der Intensivstation“, legte Osterhues dar. Im internen Eskalationsszenario der Kliniken befinde man sich derzeit in der fünften von sechs Eskalationsstufen. „Wir müssen alle Patienten mit dem Hauch eines Verdachts auf Corona über die Isolierstation schicken“, schilderte er das Prozedere. Hinzu kommt, dass jeder nachweislich mit Sars-CoV-2 Infizierte so behandelt wird, als ob er die Omikron-Variante in sich trüge. „Wir gehen mittlerweile davon aus, dass ein Großteil der Infizierten mit Omikron zu uns kommt“, sagte Osterhues. Das wirke sich auf die eingeleitete Behandlung aus.

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