Kreis Lörrach Wege aus der Krise finden

Keine Städtetrips, dafür Urlaub in der Heimat. Die Regio kann nicht nur mit ihrer Landschaft punkten. Foto: Die Oberbadische

Kreis Lörrach -  Die Corona-Pandemie hat Wirtschaft und Gesellschaft nach wie vor fest im Griff. Stark betroffen sind der Gastro- und Tourismussektor. Die SPD im Kreistag beantragt, eine Strategie für die Entwicklung des Tourismus nach der Pandemie zu entwickeln. Der Kreis-Umweltausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung empfohlen, das Thema im Rahmen der Haushaltsberatungen 2022 auf die Agenda zu setzen.

Die SPD-Fraktion hat sich in ihrer letzten Sitzung in Bad Bellingen vom Bürgermeister und dem Kurdirektor über die Situation der Tourismusbranche im Landkreis informieren lassen. „Der für bestimmte Gemeinden existenziell notwendige Betrieb der Kureinrichtungen von Hotellerie und Gastronomie und der daran angebundenen Geschäfte und Dienstleistungen leidet in einem kritischen Maß unter dem Lockdown“, schreibt Klaus Eberhardt im Antrag seiner Fraktion.

Die Fraktion sieht es als notwendig an, dass sich das Gremium mit den Perspektiven für den Tourismus für die Zeit nach der Pandemie beschäftigt. „Dabei erscheint es uns wichtig, dass bestimmte Potenziale auch positiv genutzt werden können für eine gute Weiterentwicklung.“ Hier nimmt die SPD den Bäder- und Fahrradtourismus im Landkreis in den Blick.

Durchgeführt werden soll zudem eine Potenzialanalyse für eine stärkere Individualisierung von Tourismusangeboten unter Einbezug der Hotellerie sowie eine Einschätzung des künftigen Stellenwerts von zusätzlichen Standorten für Wohnmobile.

Gemeinsame Strategie

So könnte unter der Dachmarke des Südschwarzwalds ein gemeinsames Strategiepapier entwickelt werden, schlägt die Fraktion vor. Es braucht jetzt kreative Ideen, wie man nach Corona damit umgeht“, sagte Eberhardt.

Neben der geplanten Re-Start-Kampagne der Schwarzwald Tourismus GmbH, die den gesamten Schwarzwald vermarktet, würden kleinteiligere Maßnahmen notwendig werden, erklärt die Kreis-Verwaltung.

Eine Potenzialanalyse sei ein erster Schritt, um passgenaue, gut umsetzbare Maßnahmen zu identifizieren und Angebotsideen in den Bereichen „Aktiver Tourismus“ und „Individualurlaub“ zu entwickeln.

Bad Bellingens Bürgermeister Carsten Vogelpohl (CDU) war beim Gespräch mit der SPD-Fraktion dabei und unterstützte das Anliegen. Es sei wichtig, dass die Gemeinden sichtbarer würden. „Die CDU schließt sich dem Antrag an.“ Dass das Thema vertieft werden müsse, bekräftigte Ulrich May (FW), und Tanja Steinebrunner (Grüne) erklärte: „Wir brauchen nicht nur eine neue Strategie. Wir müssen uns erst einmal klar werden, was wir eigentlich wollen.“

Landschaft vermarkten

So sei es zu einem Umdenken gekommen. Der Urlaub in der Heimat rücke in den Fokus, weniger der kurzfristige Städtetrip. „Wir haben eine schöne Landschaft, die es besser zu vermarkten gilt.“

Kevin Brändlin (FDP) merkte an, dass die betroffenen Unternehmen wohl selbst am besten wüssten, wie sie sich aufstellen müssen, um die Krise zu meistern. Zudem kritisierte er, dass die Branche immer noch auf eine konkrete Öffnungsperspektive warte. Und Nils Schmidt (AfD) betonte, dass sich der Kreis für Öffnungsperspektiven einsetzen soll.

An diesen arbeite das Land derzeit, erklärte Landrätin Marion Dammann. Der Landkreis setzt sich dafür ein, dass Maßnahman nicht allein von der Inzidenz abhängig gemacht würden. Und: Wichtig für ein Konzept seien auch Stimmen aus den Unternehmen.

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