Kreis Lörrach Wie im Fieber

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Marion Schmidt-Kumke Foto: Ralf Kumke

Regio (hau). Mit dem neuen Programm „Wie im Fieber“ startet die Lesereihe „Wintergäste“ wieder mit hochkarätigem Ensemble am 15. Januar. Dieses Jahr ist die Reihe auch wieder im Burghof Lörrach zu Gast. Für Dramaturgie und Realisation der vier Literatur-Blöcke zeichnet wiederum Marion Schmidt-Kumke verantwortlich. Auftakt ist am Sonntag, 15. Januar, 16.30 Uhr, in der Reithalle Wenkenhof in Riehen mit Dylan Thomas „Unter dem Milchwald“. Die Geschichte entführt für 24 Stunden in den absurd-komischen Alltag der Bewohner eines walisischen Fischerdorfes. Sie alle tag- und nachtträumen, haben geheime Sehnsüchte, belauschen Selbstgespräche, brechen Briefgeheimnisse und denken sich Giftmorde aus. Ein Gespinst aus banaler Realität, überbordender Lebenslust, prallem Leben und trotziger Schwermut, gelesen von sechs Schauspielern.

Lesung auch wieder im Burghof

Im Burghof wird Vladimir Sorokins „Der Schneesturm“ präsentiert von Vincent Leittersdorf, Hansjürg Müller und Doris Wolters. In Sorokins Roman fallen die Temperaturen ins Bodenlose – die Flocken tanzen waagrecht. Trotzdem macht sich Landarzt Garin mit dem Kutscher Kosma auf den Weg nach Dolgoje, einem Dorf im russischen Nirgendwo, um deren Bewohner gegen eine rätselhafte Krankheit zu impfen. Schon bald verliert das ungleiche Paar den Weg. Jedes Ziel erscheint in der Weite des Landes unerreichbar, und alles Wollen wird vereitelt. In den verschwindenden Konturen begegnen den Reisenden Irrwitzigkeiten, die jetzt selbstverständlich scheinen.

Der große Erzähler moderner russischer Literatur

Vladimir Sorokin, 1955 geboren, ist einer der ganz großen Erzähler moderner russischer Literatur. Als scharfer Kritiker der politischen Eliten Russlands sieht er sich regelmäßig heftigen Angriffen ausgesetzt. Seine Bücher sind immer herausfordernd, und er fährt darin eine große Bandbreite an Formen auf, zu denen oft bitterböser Humor, Situationskomik, Schock und Provokation gehören.

 Erich Kästners  Klassiker "Fabian"

Erich Kästners berühmter „Fabian“ wird von Peter Schroeder gleich zweimal gelesen: am Sonntag, 29. Januar, um 11 und um 16.30 Uhr im Ackermannshof Basel. Schauplatz des Großstadtromans ist das überhitzte Berlin der 20er Jahre. Der junge Jakob Fabian wandelt als eine Art teilnehmender Beobachter durch die Straßen, Nachtklubs und Hinterzimmer der schnelllebigen Stadt, die er liebt und gleichzeitig nicht ertragen kann. „Die Schilderungen von Angriffen auf sicher geglaubte Werte und Moral sind auch 90 Jahre nach Erscheinen brandaktuell“, schreibt die Dramaturgin über den Roman.

Zum Abschluss steht Joseph Roth im Zentrum, des Sonntags, 5. Februar, 11 und 16.30 Uhr im Palazzo Liestal. Der Autor wuchs in einem Gebiet der österreichisch-ungarischen Monarchie auf, die heute zur Ukraine gehört. André Jung liest aus „Beichte eines Mörders, erzählt in einer Nacht“. Darin erzählt ein ehemaliger zaristischer Spitzel im Paris der 30er Jahre in einer durchzechten Nacht seine turbulente Lebensgeschichte bis hin zum Geständnis eines Doppelmordes. Mit Menschenkenntnis erzählt Roth hier eine spannende Geschichte in klarer, schöner Sprache über Verzagtheit, die Macht des Bösen, fatale Verstrickungen und die Sehnsucht nach Liebe.   www.wintergaeste.net

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