Kreis Lörrach Wieder mehr Fälle in den Heimen

Kreis Lörrach - Angesichts des sich ändernden viralen Geschehens im Landkreis Lörrach haben Landrätin Marion Dammann, Fachbereichsleiterin Gesundheit Katharina von der Hardt sowie der Geschäftsführer Medizin der Lörracher Kreiskliniken, Bernhard Hoch, während einer Pressekonferenz an die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln appelliert.

Ermüdungserscheinung bei der Bevölkerung machen Sorge

„Ich sehe derzeit noch keine große Anzahl von Covid-19-Patienten bei uns im Krankenhaus eintreffen“, stellte Hoch vor den Medien fest. „Die Situation ist noch recht entspannt.“ Im Hinblick auf den herannahenden Herbst blicke er allerdings mit Sorge auf die Ermüdungserscheinung bei der Bevölkerung, sich weiter an die Hygiene- und Abstandsregeln zu halten.

Dammann appellierte an die Bürger des Landkreises, sich weiter gegen die Ausbreitung des Coronavirus mit dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes solidarisch zu zeigen und vorsichtig zu sein. „Ein Bürger hat mich neulich angesprochen und von einer geringeren Gefährlichkeit des Virus gesprochen, da es kaum mehr Todesfälle im Landkreis gibt.“ Dies sei allerdings ein Trugschluss, weil in den vergangenen Monaten vor allem junge Reiserückkehrer infiziert waren.

Virus zurück in den Pflegeeinrichtungen

Mit einem neuen Fall im Weiler Pflegeheim Stella Vitalis und mit weiteren sieben im Pflegezentrum Rheingarten in Rheinfelden sei das Virus wieder in die Pflegeeinrichtungen zurückgekehrt. Zudem seien die Langzeitschäden auch für die jüngeren Erkrankten noch nicht abschließend erforscht.

Von der Hardt gab derweil einen Rückblick auf das gesamte Infektionsgeschehen vor bis nach dem Lockdown.

„Zunächst wurde im März das Virus durch junge Urlauber aus Ischgl und Australien in den Landkreis eingeschleppt. Da hatten wir noch 15 Fälle in der Woche, bis dann der Lockdown eintraf.“ Anschließend gab es Anfang April einen steilen Anstieg der Infektionskurve mit bis zu 190 neuen Fällen in der Woche. Dieser sei jedoch schnell wieder abgeebbt, sodass man kurz nach dem Lockdown im Mai und Juni sogar phasenweise bei null neuen Infektion in der Woche lag.

„Durch die Sommerurlauber ist es dann wieder zu einem zunehmenden Infektionsgeschehen gekommen. Es waren vor allem junge Reisende aus der Türkei oder Kroatien, die das Virus wieder hierher brachten“, berichtete von der Hardt.

„Wir arbeiten wieder voll am Limit"

In den vergangenen Wochen seien die Fälle in der Woche bis auf 40 in die Höhe geklettert. Besorgniserregend sei dabei die Entwicklung hin zu mehr Ansteckungen in Einrichtungen wie Schulen und Pflegeheimen. „Wir arbeiten wieder voll am Limit mit Überstunden bei der Nachverfolgung der Infektionskette. Das Virus macht am Abend und am Wochenende nicht Pause.“

Derzeit sei man mit 20 Personen im Gesundheitsamt personell ausgestattet, die sich nur um die Kontaktverfolgung kümmerten.

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