Kreis Lörrach Zentralklinikum: Grüne kritisieren Vergabemodus

Die Oberbadische, 10.08.2018 16:57 Uhr

Kreis Lörrach (wer). Nach Vergabe der Planungsleistungen für das Zentralklinikum üben die Grünen im Kreis Lörrach erneut Kritik. Nun stehe man mit einer Entscheidung da, die hinsichtlich des Verfahrens und der Umsetzung Zweifel aufwerfe und nach Meinung der Grünen hochriskant sei, sagte Kreisrat Gerhard Zickenheiner gestern im Rahmen eines Mediengesprächs. In der Kritik stehen mehrere Faktoren: Zum einen, dass die begleitende Kontrolle zu spät und überdies nicht dem Kreistag unterstellt wurde, und zum anderen, dass eine Formel zur Bewertung des Honorars im Rahmen der Bewertungsmatrix vor der Entscheidung zur Vergabe an den zunächst zweitplatzierten Entwurf dem Gremium nicht mitgeteilt wurde.

Berechnungsformel war nicht bekannt

Die Bewertungsmatrix sieht vor, den Architektenwettbewerb mit 50 Prozent, die Qualifikation der Planer mit 25 und die Honorarkosten ebenfalls mit 25 Prozent zu werten. Die Bundesarchitektenkammer fordert indes eine Gewichtung des Honorars mit lediglich zehn Prozent, erläuterte Zickenheiner. Gespräche zwischen dieser auf der einen, Klinikum und Beratern auf der anderen Seite zum Verfahren endeten ohne Konsens.

„Bei der Kreistagsentscheidung zur Vergabematrix wägten wir uns in dem Glauben, das Honorar werde nur halb so stark in die Wertung einfließen wie die Wettbewerbsplatzierung. Wir wurden aber jüngst eines Besseren belehrt“, monierte Zickenheiner. Durch eine dem Kreistag nicht mitgeteilte Formel in Verbindung mit der hohen Honorarforderung der Erstplatzierten werde das Honorar in diesem Fall zum entscheidenden Faktor. Denn: Der Abstand zwischen zwischen Platz eins und zwei wurde nicht über einen klassischen Dreisatz berechnet.

Klinikneubau könnte deutlich teurer werden

Mit dem jetzigen Siegerentwurf stehe die Befürchtung im Raum, dass der Klinikneubau deutlich teurer werden könnte und somit die Kreiskasse auf Jahrzehnte belastet werde. Laut Zickenheiner sei die begleitende Kontrolle zu einem zahnlosen Tieger geworden, nun wünsche man sich eine Kontrolle in Form der Öffentlichkeit. „Es darf nicht passieren, dass der Kreis seinen finanziellen Handlungsspielraum verliert und andere wichtige Projekte in den Bereichen Umwelt, Soziales oder Mobilität dann einem Einzelprojekt geopfert werden müssen“, sagte Zickenheiner. Man wolle aktiv daran mitarbeiten, dass der Entwurf nicht die gesteckten finanziellen Ziele überschreitet. Letztlich bürge der Kreis.

 
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