Kreis Lörrach (wer). Mit einer Enthaltung hat der Umweltausschuss am Mittwoch dem Kreistag das Integrierte Energie- und Klimaschutzkonzept des Landkreises empfohlen. Dieses sieht unter anderem vor, kreisweit die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2025 um 25 und bis 2050 um 74 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2012 zu senken. Damit die Energiewende gelingt, alternative Energien ausgebaut und fossile Energieträger ersetzt werden, enthält der Konzept konkret 79 Maßnahmevorschläge (wir berichteten ausführlich). Wie erster Landesbeamter Ulrich Hoehler sagte, solle das Konzept in umfassender Partnerschaft mit zahlreichen Akteuren vorangebracht werden.

Zustimmung kam von CDU-Fraktionschef Paul Renz, der auf bereits erfolgreiche Projekte des European Energy Awards (eea) verwies. „Die Gemeinden sind mit Vorbildfunktion unterwegs“, gleichzeitig gelte es die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren. „Alle müssen mit einbezogen werden“, so Renz weiter. Und: „Die Anstrengungen müssen auf allen Ebenen verstärkt werden.“

Kreis soll Vorbildfunktion einnehmen

Dass die Notwendigkeit der Gesamtbetrachtung in Form eines Konzepts wichtig sei, merkte Klaus Eberhardt (SPD) an. „Wir werden den Fokus auf den Maßnahmenkatalog legen müssen“, betonte er. Dass die breitflächige Ausstattung von Gebäuden mit Photovoltaikanlagen erhebliche Anstrengungen erfordere, ließ er nicht unerwähnt. Wichtig sei es, dass der Kreis eine Vorbildfunktion einnehme. Zustimmung für das Konzept formulierte auch Erich Hildebrand für die Freien Wähler.

Kritische Anmerkungen gab es von den Grünen: Die Bundesregierung habe mit der Novelle des Erneuerbare Energien Gesetzes die Photovoltaik „abgewürgt“, monierte Grünen-Kreisrat Peter Schalajda. „Die Rahmenbedingungen sind fatal, unser Konzept setzt indes ein deutliches Zeichen.“ Und Bernd Martin (Grüne) merkte an: „Wo der Kreis etwas unternehmen kann, muss er ehrgeizige Ziele setzen.“ In einigen Bereichen seien diese nicht ambitioniert genug, verwies er auf die Mobilität. Hier fehle ein systematischer Ansatz im vorgestellten Konzept. Es brauche unter anderem Anreizsysteme, auf den ÖV umzusteigen. „Hier ist die Schweiz vorbildhaft.“ Außerdem verwies er auf Fahrzeuge mit alternativer Antriebstechnik. Die Forderungen gingen nicht weit genug, in den kommenden Jahren müsse das Papier überarbeitet werden, gab Parteikollege Gerhard Zickenheiner zu bedenken. Dass der Maßnahmenkatalog ergänzt werden könne, erwiderte Landrätin Marion Dammann. Zudem stehe der Kreis in Sachen Mobilitätskonzept in den Startlöchern, sagte Hoehler.