Kreis Lörrach Zuhören und sich austauschen

Bei Politik und Pizza standen die Europa- und Lokalpolitiker den Jugendlichen Rede und Antwort. Foto: Rolf Rombach

Kreis Lörrach - Zumindest in einem Punkt sind sich alle Parteienvertreter bei „Politik und Pizza“ am Donnerstag im Alten Wasserwerk einig gewesen: Junge Menschen sollen zur Wahl gehen. Zufrieden mit der Resonanz zeigten sich Kreisjugendreferentin Gisela Schleidt und Jörg Mauch vom Kreisjugendring als Hauptveranstalter. Unterstützt vom Stadtjugendring Lörrach und weiteren Mitgliedern der AG Jugend, dem Zusammenschluss der kommunalen Jugendreferate im Landkreis, laufen derzeit kreisweit Veranstaltungen im Rahmen der politischen Bildung. Jeweils 15 Minuten haben Listenvertreter Zeit, Fragen der Tischgruppe zu beantworten, zuzuhören und sich auszutauschen. Anschließend wird der Tisch gewechselt, und es beginnt von vorne.

Sechs Runden gab es im Alten Wasserwerk, bei denen sich die Parteien zu den Kreis- und Europawahlen vorstellen konnten. Das SAK- Team versorgte mit selbstgebackener Pizza und Getränken. Moderiert wurde die Veranstaltung von Pavlos Wacker und Eva Wolters-Andreocci aus Waldkirch.

Nicht alle Teilnehmer halten sich an die Spielregeln

Zum einen nahmen auch ältere Bürger die Chance wahr sich zu informieren. Zum anderen hatten sich einige Parteien zum Teil aktive Unterstützung mitgebracht, was nicht ganz ins Konzept der Veranstalter passte. Während der Anhang der Linken ihren Kandidaten meist noch still folgte, beteiligte sich die FDP ohne vorherige Absprache mit drei statt zwei Kandidaten. Bei der AfD nutzte man in der Auftaktrunde einen Begleiter als Themengeber, der mit lenkenden Fragen die bevorzugten Themen anriss.

„Die Veranstaltungen sind für Erstwähler. Wenn sich dann die Älteren einmischen, müssen wir das unterbinden“, resümierte Gisela Schleidt im Anschluss, was bei den weiteren Veranstaltungen nun konsequent umgesetzt werden soll.

Das störte auch eine 21-jährige Lörracherin: „Ich fand den Begleittross sehr befremdlich. Schade war, dass die AfD-Kandidaten keine lokalen Themen behandelten und mit Fachwissen und Fachbegriffen argumentierten. Insgesamt gefiel mir der Abend sehr gut, die anderen Politiker gingen auf meine Fragen ein.“ Dieses Lob äußerte auch eine 21-Jährige aus Rheinfelden: „Ich fand’s toll, dass sich alle so viel Zeit genommen haben.“

Unterm Strich war Kreisjugendreferentin Gisela Schleidt zufrieden mit dem Ergebnis: „Es muss weiterhin und noch mehr direkte Auseinandersetzungsmöglichkeiten mit Politikern geben. Die jungen Menschen wollen das Gefühl vermittelt bekommen, ernstgenommen zu werden.“ In den kommenden beiden Wochen stehen noch sechs weitere Termine zu den Kommunalwahlen im Kreis Lörrach an.

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