Kreis Lörrach Zukunftskonzepte entwickeln

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In den kommenden fünf Jahren wird sich laut AOK ein Drittel der Hausärzte aus dem Berufsleben verabschieden. Foto: pixabay

Der Wettbewerb um die bestmögliche Versorgung der Versicherten war Thema eines gesundheitspolitischen Austausches zwischen CDU-Bundestagsabgeordneter Diana Stöcker und der Geschäftsleitung der AOK Hochrhein-Bodensee. Klar ist: Es müssen Anreize geschaffen werden, um junge Hausärzte gewinnen zu können.

Kreis Lörrach. In den kommenden fünf Jahren werde sich ein Drittel der Hausärzte aus dem Berufsleben verabschieden, und bereits in den vergangenen Jahren seien mehr Hausärzte ausgeschieden, als sich neue niedergelassen haben, beschreibt Jürgen Mihailowitsch, Geschäftsbereichsleiter Versorgungsmanagement bei der AOK, die Situation im Land.

Möglicher Lösungsansatz

Ein Lösungsansatz könne nach Ansicht von Uwe Daltoe, stellvertretender AOK-Geschäftsführer, sein, die Versorgungsstrukturen vor Ort den geänderten Bedürfnissen junger Mediziner anzupassen. Dazu gehört in seinen Augen die Möglichkeit, im Angestelltenverhältnis zu arbeiten, sowie die Zusammenarbeit mit mehreren Kollegen. Zudem müssten Anreizsysteme und interessante Modelle geschaffen und unterstützt werden. Daltoe verwies in diesem Zusammenhang auf die Haus- und Facharztverträge der AOK. „Durch die Delegation an andere Gesundheitsberufe und verstärkte Kooperation können Ärzte entlastet werden.“ Als Beispiel hierfür nannte er die Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis (Verah), die Ärzte bei wichtigen Aufgaben wie Hausarztbesuche unterstützen und dadurch außerdem wichtige Angebote vor Ort erhielten.

Derzeit sind in der Region Hochrhein-Bodensee 264 Ärzte an den Haus- und Facharztverträgen der Gesundheitskasse beteiligt. Sie versorgen fast 60 000 Versicherte der AOK Hochrhein-Bodensee.

Wohnortnaher Zugang

„Ein wohnortnaher Zugang zur Hausarztversorgung muss selbstverständlich bleiben“, betont auch Stöcker. „Gemeinschaftspraxen und Medizinische Versorgungszentren (MVZ) können dazu beitragen, diese Versorgungsstrukturen zu garantieren. Gleichzeitig muss die Vernetzung mit den Krankenhäusern zukunftsweisend aufgestellt werden.“ Ein wichtiger Baustein hierfür sei die Ambulantisierung.

Auch der AOK-Versorgungsexperte Mihailowitsch sprach sich dafür aus, das Thema der fachärztlichen Versorgung strukturiert anzugehen und gemeinsam Zukunftskonzepte zu entwickeln, um Ärzte auch für die ländlichen Gebiete in der Region Hochrhein-Bodensee zu gewinnen. Auf Stöckers Frage, wie nach Ansicht der AOK das System weiterentwickelt werden sollte, plädierten die AOK-Vertreter unter anderem für den Ausbau der sektorübergreifenden Versorgung.

„Hier muss von den Patientenbedürfnissen und dem Qualitätsaspekt her gedacht werden“, forderte Daltoe und verwies auf die noch stärker erforderliche Vernetzung von ambulanten Ärzten und Physiotherapeuten sowie der pflegerischen Akutversorgung.

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