Kreis Lörrach Zweite Förderung, vier Ziele

Die Oberbadische
Gennadi Schermann (v.l.), Leiter von „smart businessIT“ überreichte die Urkunde als Gründungsmitglied des „IT-Bündnis BW“ an Diana Stöcker, Gudrun Gempp und Alexander Maas. Foto: Marco Fraune Foto: Die Oberbadische

Von Marco Fraune

Kreis Lörrach. Der Austausch unter den IT-Unternehmen im Dreiländereck macht Fortschritte. „Connect Dreiländereck“, das IT-Netzwerk der Regionen Lörrach und Waldshut, hat sich erfolgreich um eine weitere finanzielle Förderung beworben. Mit dem Geld sollen gleich vier Ziele mit Inhalten gefüllt werden.

70 IT-Unternehmen gehören mittlerweile dem heimischen Netzwerk an, womit man landesweit zu den größeren IT-Clustern gehört. Der aus der Kernphysik stammende Begriff „Cluster“, also „eine als einheitliches Ganzes zu betrachtende Menge von Einzelteilchen“ soll aber noch gestärkt werden, wie Netzwerkmanagerin Gudrun Gempp gestern bei einem Pressegespräch erklärte. 120 IT-Unternehmen wurden insgesamt für die Lörracher und Waldshuter Region als mögliche Mitstreiter identifiziert – was bereits ein Ergebnis der ersten Förderphase ist, in der aus 2500 Kontaktdaten die aktiven ITler ausfindig gemacht werden mussten.

Ein zweites Ziel, das mit der Förderzusage verfolgt werden kann, ist, die Technologie der Netzwerk-Online-Präsenz auszubauen. Bisher handelt es sich um eine Datenbank, deren Instrumente es nun zu verfeinern gilt.

Obwohl sämtliche Akteure online unterwegs sind, wird auch Wert auf den persönlichen Kontakt und Austausch gelegt. Dem trägt man mit Netzwerk-Treffen Rechnung, die, so das dritte Ziel, fortgeführt werden sollen. Unter anderem wird es um die „Industrie 4.0“ gehen.

Das im Dreiländereck omnipräsente Thema Fachkräftemangel beschäftigt auch die IT-Branche. „Wir wollen dem Fachkräftemangel begegnen und Angebote entwickeln“, gibt Diana Stöcker, Geschäftsführerin des Innocel Innovations-Centers Lörrach und Projektträgerin des Förderprojekts, das vierte Ziel aus. Geplant sei die verstärkte Zusammenarbeit mit dem Schülerforschungszentrum „Phaenovum“, das auch von Gennadi Schermann als Vorzeigeeinrichtung angesehen wird.

Der Leiter der vom Land geförderten Initiative „smart businessIT“ hatte nicht nur die Förderzusage für die Zeit bis zum Oktober 2015 in Höhe von 37 500 Euro im Gepäck, sondern auch eine Urkunde. Diese weist „Connect Dreiländereck“ als Gründungsmitglied des „IT-Bündnis BW“ aus. Damit verbunden lobte er das heimische Netzwerk als Aktivposten bei der Clusterbildung. Zum Netzwerk gehören landesweit zwölf Regionen. Diese sollen gestärkt werden, voneinander lernen und sich regelmäßig treffen. Schermann: „Es ist faszinierend, wie die Regionen ihre Ideen umsetzen.“

Als großen Erfolg wertete auch der Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Südwest, Alexander Maas, die Aufnahme von „Connect Dreiländereck“. Er sei „stolz“, dass die Region nach dem Netzwerk Aluminiumforum nun mit eine zweiten Cluster auf Landesebene vertreten sei.

Obwohl die IT-Cluster-Förderung deutsche Unternehmen unterstützen will, würden länderüberreifende Kooperationen begrüßt, so Schermann. Dies erfolgt im Dreiländereck bereits – und soll noch ausgebaut werden.

Das IT-Cluster „Connect Dreiländereck“ wird von den folgenden Institutionen getragen, die auch nach Auslaufen der Fördermittel durch das Land die Fortführung garantieren: Duale Hochschule Baden-Württemberg Lörrach, Gewerbe Akademie Schopfheim, Handwerkskammer Freiburg, IHK Hochrhein-Bodensee, Innocel Innovations-Center Lörrach, VHS Lörrach, Wirtschaftsregion Südwest.

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