«Krimipreis»-Gewinnerin Simone Buchholz für Haltung in der Literatur

Die Schriftstellerin Simone Buchholz ist der Meinung, dass gesellschaftliche Missstände sich in Krimis besonders gut aufzeigen lassen. Foto: Christian Charisius Foto: dpa

Aschaffenburg - Autoren müssen aus Sicht der Gewinnerin des "Deutschen Krimipreises", Simone Buchholz ("Mexikoring", Jahrgang 1972), Haltung zeigen. "Es ist einfach nicht mehr die Zeit für Künstler, die Fresse zu halten", sagte Buchholz dem "Main-Echo".

"Wir sollten unsere Stimme erheben, wo es nur geht." Wer 100.000 Bücher verkaufe, dem hörten die Leute zu. Dann habe ein Autor gesellschaftliche Verantwortung. "Wir haben etwas zu verteidigen hier - unsere offene, demokratische Gesellschaft. Wenn wir das nicht machen, sind doch Künstler die ersten, die platt gemacht werden", sagte sie.

Krimi sei das Genre, das Missstände aufzeigen kann. "In kaum einem anderen Genre kann man sagen: Hier brennt die Scheiße", so Buchholz. Krimis müssten mit dem Finger auf die Bösen zeigen.

In ihren eigenen Werken benennt sie die Figuren nach Fußballspielern. Die Guten heißen nach St.-Pauli- und Eintracht-Frankfurt-Spielern. "Wer gerade den Spaß an der Bundesliga zurückbringt, ist die Eintracht", sagte Buchholz der Zeitung weiter. "Die Bösen nenne ich nach HSV-Spielern." Auf die Frage: Und wenn sie ganz böse sind? antwortete sie: "Dann heißen sie wie Bayern-Spieler, natürlich ein bisschen verfremdet, um Persönlichkeitsrechte zu wahren."

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