Kultur Das Ohr stets am Publikum

Vorhang auf für ein kreatives Team: Produzent Alexander Dieterle (links) und Intendant Jochen Frank Schmidt Foto: Gabriele Hauger Foto: Die Oberbadische

Von Gabriele Hauger

Bad Säckingen. Gut, aber nicht optimal – so lässt sich die Saison-Zwischenbilanz beim Gloria-Theater in Bad Säckingen auf den Punkt bringen. Große Erleichterung herrscht indes bei Produzent Alexander Dieterle und Intendant Jochen Frank Schmidt über die Erfolgsstory ihres Musicals „Happy Landing“. Aus der Feder Schmidts stammend, war diese Produktion ein Risiko – und trotz der durchaus erfolgreichen Premiere im Oktober 2017 lief es in puncto Zuschauerresonanz zunächst mau, erinnern sich beide. Dann aber nahm das Stück Fahrt auf. Am Wochenende 9. und 10. Februar ist definitiv Schluss, versichern beide beim Pressegespräch. Bis dahin werden in 60 Vorstellungen an die 35 000 Menschen die Geschichte um eine Stewardess und ihre große Liebe gesehen und genossen haben. Bei der Dernière werde es wieder einige Gags der Darsteller geben, verspricht Schmidt: „Wir haben ja eine echt lustige Truppe“.

Dieses Jahr ist dann erst mal Musical-Pause, zumindest, was eine Eigenproduktion betrifft. 2020 soll es wieder ein eigenes Stück geben. Seit rund einem Jahr tüftelt Schmidt an Plot und Musik, will aber noch nicht versichern, dass alles rechtzeitig fertig wird. Doch egal ob 2020 oder später: Er verspricht wieder Ungewöhnliches, Neues und Aufregendes.

Eigenproduktionen sind stets ein Risiko

Die Eigenproduktionen von einem Komponisten, den eigentlich keiner kennt, sind jedes Mal ein Risiko und ein Experiment. Experimentierfreude können sich die beiden Gloria-Chefs beim restlichen Saisonprogramm weniger leisten. Der Kostendruck sei enorm. „Eigentlich brauchen wir bei jeder Vorstellungen 100 Prozent Auslastung. Schließlich sind wir rein privatwirtschaftlich organisiert“, so Schmidt und Dieterle.

Gut besucht waren zwar alle Gastspiele im Haus. Doch auch nur ein geringer Teil an nicht-ausverkauften Vorstellungen sorgt finanziell für Sorgenfalten. Zudem habe man aufgrund der neuen Datenschutzverordnung viele Kontaktadressen gelöscht und so einige wichtige Kundenbindung verloren. Mittlerweile läuft die Werbung besonders via WhatsApp bestens und gefahrlos in puncto Datenschutz.

Weil die Auslastung finanziell enorm wichtig ist, legen beide größten Wert darauf, das Ohr stets am Publikum zu haben, zu erspüren, was die Zuschauer wollen – und das dann auch anzubieten.

Damit fährt das eingespielte Team meistens gut. In der zweiten Saisonhälfte sind einige Abende bereits ausverkauft: So die Queen Revival Band, Luke Mockridges Auftritt, Carmen, Saturday Night Fever oder Lisa Fitz. Karten gibt es noch für Auftritte von Abdelkarim, Abba Gold, die beiden a-cappella-Konzerte Basta und Maybebop, Rolf Miller, die Simon & Garfunkel Band, Matze Knop, Drums of Japan und die Danceperados of Ireland.

Für die kommende Saison versprechen beide noch mehr Gastspiele. Neben erfolgreichen Evergreens wie dem Queen Revival oder Ingo Appelt soll es auch viel Neues geben. Gerde die Tribute-Shows laufen laut Schmidt bestens. Hier wurde nach Neuem gesucht: eine Michael Jackson Show, dazu Beatles-, Pink Floyd- und ACDC-Covers stehen auf dem Programm.

Emil ist Kult und kommt ins Gloria-Theater

Beliebte Comedians werden im Gloria-Theater ihre neuen Programme vorstellen. Und Kult-Kabarettist Emil kommt tatsächlich noch einmal nach Bad Säckingen – mit einem neuen Programm. Sein Auftritt ist zwar erst am 14. und 15. März 2020. Der Vorverkauf startet jedoch schon diesen März. Man muss schnell sein, betonen Schmidt und Dieterle.

Obwohl defizitär sollen in jedem Fall die Kino-Angebote beibehalten werden. Auch die Mundologia-Reportagen, die Kinderuni oder Kindervorstellungen liegen beiden ebenfalls sehr am Herzen.

Ein richtiges Feierjahr wird 2019 für das Gloria-Theater in jedem Fall. Im November wird dessen 60. Geburtstag gefeiert. So gibt es am 15. November eine Jubiläums-Gala, moderiert von Christoph Sonntag mit Überraschungsgästen, Showtreppe und Stars aus den Musical-Produktionen. Und mit der Hoffnung, dass das 1959 erbaute Gloria-Theater weiterhin eine kulturelle Zukunft hat.   Siehe auch Kulturpunkt; letzte Vorstellungen: 12. und 13. Januar sowie 9. und 10. Februar

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