Dornach. Goethes „Faust“ hat am Goetheanum in Dornach Tradition – seit der Uraufführung 1938 fanden hier 74 Gesamtaufführungen statt. Von 25. bis 27. März ist Premiere der Neuinszenierung von Christian Peter. Für die Einstudierung der Szenen mit über 18 Stunden Spielzeit zeichnen Margrethe Solstad, Andrea Pfaehler und Christian Peter verantwortlich, heißt es in einer Pressemitteilung.

Noch heute ist Goethes „Faust“ ein vom breiten Publikum gefragtes Stück Weltliteratur. Es bereicherte die deutsche Sprache wie die Bibelübersetzung Martin Luthers. Die Neuinszenierung greift mit Unterstützung von Florian Volkmann die Musikalität von Goethes Sprache auf: Das „normale“ Spiel wird stellenweisen zu betont rhythmischem Sprechen bis zu Rap und Gesang erhoben; atmosphärische Klangteppiche erweitern den Hörraum. Die Lebendigkeit der Sprache wird zudem in der Eurythmie sichtbar – Einzelrollen bekommen so einen gesteigerten Ausdruck, und Ensembleszenen vermitteln den Eindruck eines bewegt-wogenden Raumes.

Die Bühnenbilder am Goetheanum waren lange Zeit überwiegend naturalistisch bis geist-realistisch. In Verbindung mit kräftiger, farbiger Beleuchtung wurden intensive Erlebnisräume vermittelt. Nicht zuletzt Walther Roggenkamp hat auf diese Weise die Rezeption von 1978 bis 1999 geprägt. Für die Neuinszenierung entwarf der Bühnenbildner Roy Spahn eine begehbare Skulptur. Die spiralartige Form symbolisiert auf verschiedenen Spielebenen den Lebensweg. Die schlichte Formensprache lässt die Darstellerinnen und Darsteller hervortreten, unterstützt von der Lichtführung Ilja van der Lindens.

Für die Neuinszenierung wurden rund 600 Kostüme neu hergestellt. Die Entwürfe von Rob Barendsma werden für das Schauspiel vom Atelier für Theaterkostüme Madanti in Budapest, die für die Eurythmie von der Kostümabteilung am Goetheanum umgesetzt.

Die Produktionskosten für die Neuinszenierung liegen bei rund sechs Millionen Franken, heißt es weiter. Das Goetheanum bringt diesen Betrag allein durch Eigenmittel, Spenden und Kartenverkauf auf, völlig ohne Subventionen, so die Pressemitteilung.

  weitere Infos unter www.faust2016.ch