Kultur Ein Huttinger und James Blunt

Gabriele Hauger
Freddie Miles alias Malte Brändlin Foto: Kevin Le

Freddie Miles alias Malte Brändlin kommt mit seiner Band The Great Leslie zum Stimmenfestival. Der aus Huttingen stammende Gitarrist lebt in London. Dass er nun in der alten Heimat einen so großen Aufritt hat, kann er immer noch nicht so recht fassen.

James Blunt ist für den 26-jährigen Freddie Miles einer der Größten. Bei diesem als Vorband spielen zu können, ist für ihn ein absoluter Traum, wie er am Telefon erzählt. Er und seine drei Bandkollegen hatten sich ganz lässig und ohne große Erwartungen beim Stimmenfestival beworben. Und dies offenbar so überzeugend, dass die in Corona-Zeiten gegründete Band gebucht wurde. „Dass wir dann sogar auf dem Vitra-Campus vor James Blunt auftreten, ist natürlich der Jackpot.“

Rockig mit Tiefgang

Die vier Musiker spielen rockige Songs mit Tiefgang. In ihren selbst geschrieben Texten geht es natürlich auch um zwischenmenschliche Beziehungen. Doch sie singen auch über das, was sie bewegt. Die Texte handeln von Klimawandel und sozialen Problemen, von Menschen, die ihre Miete nicht mehr zahlen können oder vom Rechtsruck in Europa. „Wir sind alle Mitte 20 bis Anfang 30. Und deshalb wollen wir auch das thematisieren, was uns und unsere Generation bewegt“, erklärtder Leadgitarrist.

Die Band The Great Leslie spielt vor James Blunt. Foto: Kevin Lee

Die Songs entstehen in Teamwork mit Ollie Trevers, Ryan Lavender und Alfie Pawsey. Meist werden um einen seiner Riffs die Melodien gelegt und gemeinsam weiterentwickelt, auch an den Texten des Leadsängers wird oft noch gemeinsam gefeilt.

Wie aber verschlägt es eigentlich einen Huttinger nach London? Malte Brändlin arbeitete nach dem Abitur am Weiler Kant-Gymnasium im Hotelgewerbe.

Neuer Name

Da lag es nahe, auch mal ins Ausland zu gehen. In London stieß er dann auf die bereits existierende Band The Great Leslie, die einen Gitarristen suchte. Ein gemeinsames Spielen, ein anschließender Pub-Besuch: Der Rest sei Geschichte, so Freddie alias Malte. Und warum die Namensänderung? Malte oder gar Brändlin habe die Briten schlicht überfordert, erzählt er lachend. So nahm er seinen zweiten Vornamen Friedrich – und kreierte daraus seinen Künstlernamen.

Spielten schon vor Franz Ferdinand

Der Auftritt bei Stimmen wird der erste der Band in Deutschland sein. In England haben sie indes schon vor der britischen Top-Band Franz Ferdinand vor Tausenden gespielt, sie sind bei Spotify oder Youtube viel gefragt und geklickt.

In der Heimat

Natürlich ist für den Markgräfler der große Auftritt in der Heimat, die er regelmäßig besucht, ein besonderer. Freunde und Familie hätten sich gleich Karten besorgt. Inzwischen ist der Abend ausverkauft. „Was wahrscheinlich nicht nur an uns liegt“, meint der sympathische Musiker mit echt britischem Humor.

In London fühlt er sich im übrigen sehr willkommen und pudelwohl. Dennoch freut er sich natürlich auf Zuhause und möchte den Bandkollegen seine Heimat zeigen. Oben auf der Agenda: „Erstmal geht’s in eine Straußi.“

Vielleicht nur ein Hallo

Wie nahe er am 2. August dem Weltstar James Blunt kommen wird, weiß Freddie Miles nicht. „Wahrscheinlich ein kleines Hallo. Schließlich sind alle vor dem Auftritt im Tunnel.“

Miles hat bereits als Kind statt klassischer die E-Gitarre gelernt, in Schülerbands gespielt, und die Musik spielte bei ihm und in der ganzen Familie schon immer eine große Rolle. Er und seine Jungs, die allesamt parallel Vollzeit-Jobs haben, träumen davon, Musik hauptberuflich machen zu können. Der rund 40-minütige Auftritt vor James Blunt dürfte dieser Hoffnung Auftrieb geben.

Stimmenfestival: Freitag, 2. August, Vitra Campus: James Blunt; Vorband: The Geat Leslie; Das Konzert ist ausverkauft

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