Kultur Hommage an Nina Simone

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Fola Dada als Nina Simone Foto: Wilfried Heckmann

Die offizielle Eröffnung von Stimmen widmet sich einer legendären Diva des Jazz und Soul: Nina Simone.

„Ich kann euch sagen, was Freiheit für mich bedeutet: Ohne Angst leben.“ Diesen Satz sagte Nina Simone 1968 in einem Interview.

Facettenreiche Show

Die Faszination, die diese Frau bis heute ausübt, soll in der facettenreichen Show „Die Nina Simone Story“ spürbar werden. Mit dieser wird am Donnerstag, 11. Juli, 20 Uhr, im Burghof Lörrach offiziell das diesjährige Stimmenfestival eröffnet. Das klingt passend: eine große, auch politische Stimme beim Stimmenfestival.

Songs und Filmausschnitte

Songs, Bilder, Filmausschnitte und Texte beleuchten den Lebensweg dieser außergewöhnlichen Künstlerin. Fola Dada, Florian Dohrmann, Ulf Kleiner, Felix Schrack und Christoph Neuhaus sowie die Sprecherin und Moderatorin Katharina Eickhoff (SWR2) werfen dabei Schlaglichter auf diese einzigartige Geschichte.

Die fesselt bis heute – erst kürzlich zeigte auch der Kindersender KIKA eine Serie über die Musikerin und Bürgerrechtlerin. Denn beeindruckend war Nina Simone schon als Kind. Die kleine Eunice, wie sie eigentlich hieß, träumt davon, Amerikas erste schwarze Konzertpianistin zu werden. Als Erwachsene wird sie unter dem Namen Nina Simone tatsächlich weltberühmt. Unvergessen ihre Songs wie „Little Girl Blue“, „I Put a Spell on You „ oder“ Feeling God“.

Bereits im jungen Alter von elf hatte sie den Mut, gegen Rassismus aufzustehen. Folgende Geschichte wird erzählt: Bei einem ihrer ersten Auftritte sollen die Eltern in der ersten Reihe für ein weißes Paar Platz machen. Noch gelten im Süden Amerikas die Rassentrennungsgesetze. Eunice beginnt erst zu spielen, als die Eltern wieder vorne sitzen. Später wird sie sagen: „Mein Haut ist an diesem Tag etwas dicker und schwärzer geworden.“

Diese Aufführung ist wohl ein Schlüsselmoment im Leben der Sängerin und Pianistin, die mit dem Lied „Mississippi Goddam“ eine der Stimmen der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegungen wird.

Das Leben

Nina Simone war das sechste von acht Kindern. Ihre Mutter war eine Methodistenpredigerin, und ihr Vater arbeitete als Entertainer und Friseur und in einer chemischen Reinigung. Bereits im Alter von drei oder vier Jahren begann sie mit dem Klavierspielen. Das erste Lied, das sie lernte, war „God Be With You, Till We Meet Again“. Sie zeigte Talent am Klavier und trat in ihrer örtlichen Kirche auf. Ihre Begabung wurde schnell erkannt, durch ein Stipendium konnte sie studieren. Doch auch hier wurde ihr weiterer künstlerischer Weg von Rassismus begleitet.

Zum Gesang kam Nina Simone durch ihren Job als Klavierlehrerin. Sie improvisierte von Beginn an eigene Stücke.

Warum der Name?

Und warum der Name? Die Musikerin wählte den Nachnamen Simone, weil sie ein Fan der Schauspielerin Simone Signoret war.

1957 veröffentlichte sie ihr erstes Album. Ab den 60er Jahren engagierte sie sich in der Bürgerrechtsbewegung. Und sie thematisierte die Rassenungleichheit in den USA zunehmend in ihren Songs. Sie sprach bei Bürgerrechtsbewegungen und Protestmärschen. Später unterstützte sie allerdings den schwarzen Nationalismus und befürwortete eine gewaltsame Revolution anstelle des gewaltlosen Ansatzes von Martin Luther King.

Private Krisen

Ihr privates Leben war von Krisen und gescheiterten Ehen geprägt. Sie galt als schwierig und unberechenbar. Ihre Autobiografie erschien 1992. 2003 starb Nina Simone nach einem langen Krebsleiden in Südfrankreich, wo sie die letzten zehn Jahre lebte. Viel Stoff also für einen Abend, der zur Hommage wird.

11. Juli, 20 Uhr, Burghof

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