Kultur Wenn Mann den Blues hat

              sc
Herrlich aus dem Leben gegriffen: Szene aus „Männerblues“ Foto: sc

Vor voll besetzten Rängen präsentierte das Häbse Theater in Basel seine neueste Komödie „Männer Blues“. Es ist wohl eine der besten Komödie seit langem. Und das hat Gründe.

Das Publikum honorierte die Premiere mit ihren wunderbar gezeichneten Figuren mit stehendem Applaus.

Die Geschichte ist wunderbar aus dem Leben gegriffen und handelt von der unumgänglichen Midlife-Crisis des Mannes. Dabei stimmten Timing und Sketche perfekt.

Das Pointenfeuerwerk, voller spritziger, cooler Sprüche, gespickt mit vielen lustigen Situationen rund um das große Problem der Männerwelt war geschickt inszeniert. Die erstaunlich lustigen, echt komischen Momente kamen beim Publikum bestens an, und es gab viel zu lachen.

Die Geschichte

Leo Lang (Dani von Wattenwyhl) hat eigentlich alles, was es zum Leben braucht. Doch leider macht ihm der „Alters Blues“ seit er 50 ist besonders stark zu schaffen. Leo sieht Altersflecken, Falten, jedes weiße Haar löst Stress bei ihm aus. Da braucht seine Ehefrau Claudia (Nicole Loretan) starke Nerven.

Und während Leo versucht, mit seinen beiden Freunden Egon Bitterli (Michael Eckerle) und Peach Müller (Caros Am–stutz) noch einmal das Leben eines 25-Jährigen zu leben, hat seine Frau Claudia ihren eigenen Plan. Kurzerhand schickt sie ihren Mann in den Ausgang, und gleichzeitig bucht sie für den nächsten Tag in aller Frühe Termine bei unterschiedlichen Ärzten.

Herrlich die Szenen bei Urologe, Optiker oder während einer Darmspiegelung. Hier überzeugt in besonderer Weise Matthias Steiger, der als Doktor Püh in den unterschiedlichsten Rollen zu sehen ist.

Ja, und dann gibt es noch die Ehefrau von Egon Bitterli, gespielt von Tatjana Pietropaolo. Sie kann es nicht fassen, dass ihr ach so gut dressierter Ehemann im Ausgang die beiden Freundinnen Sophie (Myriam Mazzolini) und Hanna (Noemi Schaerer) sowie den jungen Remo (Adrian Plachesi) kennenlernt. Das Trio feiert mit den „alten Herren“ nächtelang durch und genießt mit ihnen das Leben. Allerdings, die „alten Herren“ übertreiben ganz ordentlich bei dem Versuch, noch einmal jung zu sein. Ob schräges Outfit oder Kosmetik – nichts ändert die Tatsache, dass die Jugend unwiederbringlich vorbei ist.

Voltaren statt Rasierwasser

Schließlich müssen sie erkennen, dass sich der Körper im Alter hormonell verändert, der Mann beim Älterwerden Geräusche macht, wenn er hinsitzt und zwischenzeitlich Voltaren den Rasierwasserduft ersetzt.

Die Sehnsucht noch einmal jung zu sein, Selbstkritik, gepaart mit Selbstmitleid, hervorragend von den Bühnenakteuren dargestellt und voller Humor präsentiert: Das Publikum war begeistert. Eine sehenswerte, irgendwie auch lehrreiche Komödie, die keine Peinlichkeiten ausspart und dennoch humorvoll und lustig ist. Insgesamt eine sehr gute Leistung des Ensembles, es macht Freude, mit den Akteuren in den „Männer Blues“ einzutauchen.

  • Bewertung
    0

Umfrage

Euroscheine

Die geplante Erhöhung des Bürgergelds sorgt für erhitzte Gemüter. Wie stehen Sie dazu?

Ergebnis anzeigen
loading