Landkreis Lörrach Quarantänepflicht ab sofort auch ohne amtliche Anordnung

 Foto: dpa / Jane Barlow

Landkreis Lörrach -  Die seit dem 21. November geltende erweiterte Maskenpflicht im Landkreis Lörrach gilt weiter bis zum 21. Dezember. Eine entsprechende Allgemeinverfügung hat das Landratsamt am heutigen Montagabend veröffentlicht. Die neue Verordnung gilt ab morgen, 1. Dezember.

Im selben Atemzug weist das Landratsamt darauf hin, dass  seit dem Wochenende "neue Regelungen zur Absonderung" gelten, denen zufolge sich Corona-Verdachtsfälle und enge Kontaktpersonen selbständig  - auch ohne ausdrückliche amtliche Anordnung also - in Quarantäne begeben müssen.

Erweiterte Maskenpflicht in der Allgemeinverfügung

Zu den bisher bereits definierten Innenstadtbereichen in Lörrach, Weil am Rhein, Rheinfelden und Schopfheim kommen ergänzend in Lörrach der Rathausvorplatz (Egon-Hugenschmidt-Platz) sowie der Hebelpark als "Maskenzone" hinzu.

Wie bisher, gilt auch nach der erneuerten Allgemeinverfügung, dass eine nicht-medizinische Alltagsmaske oder vergleichbare Mund-Nasen-Bedeckung – ein zu den Seiten geöffneter Spuckschutz zählt nicht dazu – an folgenden Orten getragen werden muss: auf allen Märkten, Messen und Ausstellungen und in deren Umfeld bis zu 50 Metern, an Außenverkaufsständen und in deren Wartebereichen sowie im Bereich des Außer-Haus-Verkaufs von Gaststätten, bei Veranstaltungen im öffentlichen Raum, in für die Allgemeinheit zugänglichen Parkhäusern, auf für die Allgemeinheit zugänglichen Parkplätzen mit mindestens zwei Stellplätzen, auf Spielplätzen für Personen ab dem vollendeten 14. Lebensjahr, in definierten Innenstadtbereichen und auf Bestattungen.

Der komplette Wortlaut der Allgemeinverfügung sowie Pläne der Innenstadtbereiche sind abrufbar unter www.loerrach-landkreis.de/bekanntmachungen. Die neue Allgemeinverfügung ersetzt die Version vom 20. November und gilt zunächst bis zum 21. Dezember.

Neue Regelungen zur Absonderung

Seit dem Wochenende müssen sich alle Personen mit Krankheitsverdacht (Personen, die einen PCR-Test ausstehen haben oder ein solcher angeordnet wurde), alle Personen, die mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 infiziert sind sowie deren enge Kontaktpersonen wie Haushaltsangehörige und ohne weitere Anordnung der Behörden selbstständig in Quarantäne begeben. Darauf weist das Landratsamt in einer Mitteilung von heute Mittag hin.

Dies sei vor allem erforderlich, um bei Verdachtsfällen frühzeitig zu einer Isolierung zu kommen, ohne dass hierfür die Analyse im Labor, die amtliche Meldung und Verarbeitung dieser Meldung abgewartet werden müssen.  Hier habe es in der Vergangenheit Defizite gegeben, in denen Personen trotz des bekannten Verdachtes andere Personen angesteckt haben, auch an Arbeitsstätten, räumt das Landratsamt ein.

Die Erfahrung habe zudem gezeigt, dass sich Haushaltsangehörige regelmäßig ebenfalls infizieren, zumal die Absonderung in den meisten Fällen innerhalb des jeweiligen Haushalts stattfindet. Die Haushaltsangehörigen müssen sich daher bei einem positiven Test im Haushalt ebenfalls isolieren.

Weitere enge Kontaktpersonen müssen sich nach Kontaktaufnahme durch die Behörde in Absonderung begeben. Da sich Personen in diesen Fällen künftig eigenständig in Quarantäne begeben müssen, erhalten die Betroffenen in diesem Fall statt der bisherigen Anordnung eine Bescheinigung des jeweils zuständigen Ordnungsamts für den Arbeitgeber, um gegebenenfalls Entschädigungsansprüche geltend machen zu können.

„Die Infektionszahlen in unserem Landkreis sind weiterhin hoch. Um die Situation in den Griff zu bekommen, ist auch unser Gesundheitsamt auf das verantwortungsbewusste Handeln jedes Einzelnen angewiesen. Mit dieser Verordnung des Landes wird nun rechtlich verpflichtend, was aus epidemiologischer Sicht schon längst sinnvoll ist: Bleiben Sie zu Hause, wenn bei Ihnen ein Corona-Abstrich gemacht werden soll, bleiben Sie zu Hause, wenn eines Ihrer Familienmitglieder mit Corona infiziert ist und bleiben Sie ebenso zu Hause, wenn Sie wissen, dass Sie eine enge Kontaktperson sind", lässt sich Landrätin Marion Dammann in Zusammenhang mit der neuen Regelung zitieren.

Vielleicht denke der eine oder die andere in dieser Situation, dass es keinen Unterschied mache, doch nochmal schnell einkaufen zu gehen oder noch den einen wichtigen Termin im Büro wahrzunehmen. "Aber es macht einen Unterschied, und jeder Risikokontakt der vermieden wird, hilft diese Pandemie in den Griff zu bekommen", so Dammann.

Alle wichtigen Fragen zu den neuen Quarantäne-Bestimmungen werden hier beantwortet: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/fragen-und-antworten-rund-um-corona/faq-quarantaene/

Aktuelle Zahlen

Heute wurden dem Gesundheitsamt neun Neuinfektionen gemeldet. Im selben Atemzug wurden 54 Personen aus der Quarantäne entlassen, so dass die Anzahl der aktiven Fälle im Landkreis auf 660 sinkt.
Eine weitere Person - über 90jährig - ist im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.

Die 7-Tages-Inzidenz bleibt mit 206,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner auf dem gleichen Niveau wie gestern.

Aktuell werden 65 Personen mit Covid-19-Infektion in Krankenhäusern innerhalb und außerhalb des Landkreises behandelt - fünf mehr als gestern. Neun Personen werden intensivmedizinisch betreut, sechs vo diesen müssen beatmet werden.

Die Zahl der engen Kontaktpersonen in Quarantäne liegt bei 1.348.
 

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