Lörrach Abi mit Abstand und Maske

Johanna Hauri
In diesem Jahr muss ein Mund-Nasenschutz während der Abiturprüfung getragen werden. Foto: Die Oberbadische

Lörrach - Am heutigen 4. Mai starten die Abiturprüfungen in Baden-Württemberg mit dem Fach Deutsch. Ein weiterer Jahrgang muss die Prüfungen unter Coronabedingungen ablegen.

Seit Dienstag ist bekannt, dass getestete und nicht getestete Prüflinge räumlich getrennt werden müssen. Das stellt auch die Schulen in Lörrach vor neue organisatorische Herausforderungen. Denn es bedarf nun separater Räumlichkeiten, wofür natürlich mehr Aufsichtspersonal benötigt wird.

Die Vorbereitungen seien eigentlich bereits abgeschlossen gewesen, erzählt der Schulleiter des Hans-Thoma-Gymnasiums, Frank Braun. Man sei jetzt ununterbrochen damit beschäftigt gewesen, alles umzuplanen. In den Unterrichtsräumen sei die Umsetzung der Regeln nicht möglich, deshalb werden die Prüfungen in der großen und kleinen Rosenfelshalle geschrieben.

Damit einher gehe eine komplette Reorganisation, denn „alle Sitzpläne und Materialzuordnungen mussten neu geschrieben werden, damit in der Prüfung die richtigen Hilfsmittel beim richtigen Schüler liegen“, sagt Braun. Da beispielsweise am Freitag bis zu 95 Schüler auf einmal eine Prüfung ablegen, sei das „eine große Herausforderung.“

Im Verlaufe des vergangenen Jahres sei es glücklicherweise zu einem großen Fortschritt beim digitalen Unterricht gekommen, erklärt Schulleiter Braun.

Die Freie Waldorfschule Lörrach kann sich diesbezüglich glücklich schätzen, da nur eine Klasse die Hochschulreife ablegt und es kein Kurssystem gibt. Dadurch gebe es ein enges Verhältnis zu den Abiturienten, was die Vorbesprechung bezüglich der Testungen vereinfacht habe, erläutert Abiturbeauftragter Hanspeter Stuck.

So werden sich alle Prüflinge und Lehrer testen, womit eine räumliche Trennung hinfällig ist. Generell werde auf die Einhaltung der Verordnung extrem großer Wert gelegt, betont Stuck. Des weiteren ist er sich sicher: „Unsere Schüler sind gut vorbereitet“. Das sei dem Präsenzunterricht zu verdanken, der aufgrund des kleinen Jahrgangs trotzdem durchgeführt werden konnte.

Auch Stefanie Müller, Schulleiterin des Hebelgymnasiums, zeigt Vertrauen in ihre Schülerschaft. Es werde durch Onlinebeschulung zwar mehr Selbstdisziplin gefordert, „die Schüler haben die Stoffvermittlung aber sehr ernst genommen und sich gut vorbereitet.“

Auch an der Freien Evangelischen Schule hat man die veränderte Lernweise durch die Pandemie im Blick. „Den Schülern fehlen Lerngruppen“, die jedoch zum Teil online durchgeführt wurden, teilt die leitende Kommunikationsmitarbeiterin Claudia Schäfer mit.

Die erschwerten Umstände bei den Abi-Prüfungen werden durch die verlängerte Prüfungszeit von 30 Minuten sowie die größere Vorauswahl der Aufgaben durch die Lehrer ausgeglichen. Zudem besteht die Möglichkeit, erst am Nachschreibetermin an den Prüfungen teilzunehmen; dies sei aber von den Schülern nicht groß angenommen worden, berichtet Schulleiterin Müller.

Nicht nur für die Räumlichkeiten wird beim diesjährigen Abitur mehr Personal benötigt, auch für die den Schülern gewährten „Tragepausen“ braucht es mehr Aufsichten. Denn während der Prüfung ist das Tragen einer Maske obligatorisch. Nur zum Essen und Trinken darf sie abgenommen werden.

Die Organisation der erforderlichen Aufsichten gestalte sich schwierig, erzählen die Schulleiter Braun und Müller. „Wir bekommen das schon hin, es darf nur niemand krank werden“, so Müller.

Das Abitur 2021 ist für alle Beteiligten eine Herausforderung, sind sich die Schulleiter einig. Schon am nächsten Tag werden die Prüfungen mit Russisch, Griechisch sowie am 6. Mai mit der Physikprüfung fortgeführt.

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