Lörrach Rückkehr zum Präsenzunterricht im Klassenverband

 Foto: Die Oberbadische

Lörrach -  Lachende Schülerinnen und Schüler tummeln sich rund um die Schulgebäude, strömen in ihre Klassenzimmer. Nach rund einem halben Jahr des Homeschooling oder Wechselunterrichts können dank der gefallenen Inzidenzen auch in Lörrach endlich wieder alle Kinder im Klassenverband unterrichtet werden. Ganz „normal“ läuft es trotzdem noch nicht.

Die Inzidenz im Landkreis liegt stabil unter 50, tendiert voraussichtlich in Bälde auf konstant unter 35. Der Unterrichtsbetrieb fährt daher wieder an.

Hellbergschule

„Der Wechsel zum normalen Stundenplan ist organisatorisch weitgehend einfach, jedenfalls wesentlich unkomplizierter als die Zeiten des Wechselunterrichts und der Notbetreuung“, sagt die Rektorin der Grund- und Werkrealschule Hellbergschule Petra Sauer.

Was natürlich bleibe, sei die zeitaufwendige Testpflicht, die jeweils an den Kapazitäten für den Unterricht nage.

„Richtig verärgert bin ich darüber, dass nun die Schulen über die Testergebnisse Bescheinigungen ausfüllen sollen. Da kommen wir an die Grenze der Belastbarkeit“, sagt sie. Bei rund 400 Schülerinnen und Schülern sei dies ein enormer Aufwand.

Glücklicherweise werde man von der Stadt unterstützt, die ein tabellarisches Sammelformular zur Verfügung stellt, das jeder Schüler auf Wunsch erhalte. Via Stempel und Unterschrift werde dann das – hoffentlich negative – Testergebnis von Seiten der Schule eingetragen. Diese Formulare können bei Vereinen oder im Schwimmbad vorgelegt werden, damit weiteres Testen entfällt.

Eine an sich sinnvolle Sache, findet Sauer. Dass die Schulen damit allerdings zusätzlichen bürokratischen Aufwand aufgebürdet bekommen, findet sie unglücklich. Man habe im Vorfeld die Elternschaft gebeten, den Bedarf eines solchen Formulars anzumelden. „Sicher brauchen ja nicht alle Kinder diese Bögen. Das würde uns Arbeit sparen.“

Arbeit gibt es indes genug. So beginnen ja am heutigen Dienstag die Prüfungen zum Haupt- und Realschulabschluss. Diese werden in die Sporthalle verlegt, zusätzlich weicht die Hellbergschule nach Hauingen aus.

Trotzdem ist die Rektorin glücklich über jeden Schritt hin zur Normalität im Schulalltag. „Für viele Schüler war das ein verlorenes Jahr. Die sind glücklich, endlich wieder richtig in die Schule gehen zu können.“

Grundschule Tumringen

„Sind wir echt wieder alle zusammen, die ganze Klasse?“ fragt die siebenjährige Natalie nach Monaten des Wechselunterrichts fast ungläubig. Ja, sind sie. Denn auch in der Tumringer Grundschule begann gestern wieder der Präsenzunterricht für alle.

Allerdings bleiben die Stundenpläne verdichtet, finden kein Nachmittagsunterricht – außer im Falle des Betreuungsbedarfs – keine sonst üblichen Angebote statt, wird der gesamte Stoff in den Vormittag gefasst.

Der Grund dafür: Platznot in der Mensa und mangelnde Ausweichmöglichkeiten. Denn den Ganztagsschülern muss ein Mittagessen ermöglicht werden. Hier aber ist nach wie vor der Mindestabstand einzuhalten – gegessen wird schließlich ohne Maske. Eine Regelung, die der Leiterin der Schule, Véronique Elsner, Kopfzerbrechen bereitet.

„Wir würden den Kindern so gerne Nachmittagsunterricht ermöglichen und sind dabei, kreative Ideen zu entwickeln.“ In der heutigen Lehrerkonferenz werde überlegt, wie man das Problem lösen könne, um so den Kindern und auch den Eltern noch mehr Normalität bieten zu können.

Hans-Thoma-Gymnasium

Rund 1200 Schüler testen – das ist ein Wort. Der Rektor des Hans-Thoma-Gymnasiums, Frank Braun, ist stolz auf seine Kollegen, die das Prozedere in der ersten Schulstunde im jeweiligen Klassenzimmer bestens umsetzen.

Froh zeigt er sich zudem über die klare Linie, die die Stadt bezüglich der Teststrategie fährt und gefahren habe – ohne Wechsel der Testarten oder -anforderungen. „Wir haben das gut gelöst, auch mit der sinnvollen Ergänzung der nun geforderten Testbescheinigung.“

Es sei eine Erleichterung für alle Schüler, mit dem einheitlichen Formular ohne weitere Testung am Vereinssport oder anderen Aktivitäten teilnehmen zu können. Natürlich könne man sich fragen, warum Schulen quasi zur Teststationen werde. Indes hätte sein Kollegium mittlerweile beachtliche Test-Kompetenzen entwickelt.

Der gestrige erste Tag in voller Präsenz seit Monaten sei gut angelaufen, so Braun. Auch wenn die Mensa voraussichtlich bis zu den Sommerferien geschlossen bleiben muss: „Die Schüler mussten während der Pandemie so unglaublich viel mitmachen und ertragen. Die sind auch ohne Mensa glücklich, dass Schule und soziales Miteinander wieder möglich sind.“

Dazu gehört auch der normal stattfindende Sportunterricht. „Auf sehr körpernahe Sportarten verzichten wir aber natürlich.“ Bewegung sei aber immens wichtig, gerade für Kinder und Jugendliche. Sein Fazit: „Angesichts der niedrigen Inzidenz und der Impfungen sind wir auf einem guten Weg.“

TH-Realschule

„Die Stimmung im Haus ist gut“, bilanziert die Rektorin der Theodor-Heuss-Realschule, Sonja Mohren. Organisatorischer Schwerpunkt sei das Aufgleisen der am Dienstag beginnenden Abschlussprüfungen gewesen, die in die Sporthalle, ins TonArt und in Klassenzimmer aufgeteilt stattfinden. Die Prüflinge seien trotz der Herausforderungen der vergangenen Monate größtenteils entspannt und zuversichtlich.

„Es ist im Schulgebäude lebhaft wie lange nicht mehr“, freut sie sich. Im Ausfüllen der Testbögen sieht sie keinen allzugroßen Aufwand. Dank des vereinfachten Formulars der Stadt sei dies gut handelbar, so die Schulleiterin.

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