Lörrach Angebot besser abstimmen

Max Sonnenmoser (v. l.), Katja Thiele und Jan Funke von der Kaltenbach-Stiftung im Jugendraum Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Lörrach-Haagen (ouk). Obwohl die Stadt den Jugendraum Haagen mit einer kleinen Bühne und einer neuen Küche aufgewertet hat, kommen nach wie vor nur wenige Jugendliche vorbei. Dies kritisierte der Ortschaftsrat am Dienstag, als Jan Funke von der Kaltenbach-Stiftung über das Geschehen im Jugendraum berichtete. „Wir müssen Wege finden, um mehr Jugendliche anzusprechen“, mahnte Ortsvorsteher Horst Simon.

Neue Schwerpunkte Kultur und Beratung

Stadt und Stiftung haben für die Jugendräume in Haagen, Brombach, Hauingen und Tumringen ein neues Konzept entwickelt, erklärte Funke. Dabei wurden die Vorzüge eines jeden Raumes herausgearbeitet. In Haagen liegt der Schwerpunkt nun bei Kultur und Beratung. Es gibt jetzt die neue Bühne und ein Kulturcafé mit Billard. Im Büro hat die mobile Jugendarbeit bisher schon Jugendliche beraten.

Der Jugendraum auf dem Quelle-Areal hat am Montagabend offen. Im Durchschnitt kämen sieben junge Leute, die miteinander kochten und Billard spielten, berichtete Funke. Besucher zwischen zehn bis 20 Jahren seien willkommen. Die Streetworker würden in Haagen nur noch wenige junge Leute antreffen, möglicherweise weil es keine weiterführende Schule mehr gebe.

Er habe an einem Montag nur zwei Besucher im Jugendraum getroffen, sagte Alfred Kirchner (CDU). Er schlug vor, die Jugendräume der drei Ortsteile zusammenzulegen. Er fragte auch nach einem Flüchtlingstreff. Die Stammbesucher seien junge Leute mit Fluchterfahrung, antwortete Funke. Eine Zusammenarbeit mit der Unterkunft in Neumatt-Brunnwasser sei dagegen nie zustande gekommen.

Sabrina Hauber (Freie Wähler) schlug vor, in der Grundschule Haagen für den Jugendraum zu werben, etwa mit AGs für Dritt- und Viertklässler. Junge Leute bräuchten einen Jugendraum direkt in ihrem Ortsteil, sagte Christa Rufer (SPD). Der Jugendraum könne vermietet werden, antwortete Funke auf Rufers Frage. Derzeit tanzten junge Leute dort regelmäßig Hip-Hop, ein Konzert habe stattgefunden. Ein Problem sei, dass die Mieter Zugang zum gesamten Gebäude hätten.

Jörg Müller (Freie Wähler) wunderte sich, dass die Streetworker die jungen Leute in Haagen suchen müssen. „Warum nehmen wir Geld in die Hand, wenn wir den Jugendraum nicht brauchen?“, fragte er. Er bemängelte, dass auf dem Twitter-Kanal für die Jugendarbeit in Lörrach vor allem Anbieter für Jugendarbeit Follower seien.

Funke räumte ein, dass man das Angebot möglicherweise besser auf die Jugendlichen abstimmen müsse. Wegen Ganztagsschulen und dem achtjährigen Gymnasium verlagerten sie ihre Freizeitaktivitäten immer mehr auf das Wochenende und den späteren Abend, sagte er.

Ortsvorsteher Horst Simon war froh, dass die Zeiten, in denen Jugendliche Probleme machten und auf dem Dach der Schlossberghalle grillten, vorbei seien. Er bat die Kaltenbach-Stiftung um Vorschläge für ein besseres Angebot im Jugendraum.

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