Von Kristoff Meller

Lörrach. Nicht nur Inklusion sondern auch Integration und Internationalität werden an der Pestalozzischule groß geschrieben. Am Mittwoch machte sich Oberbürgermeister Jörg Lutz ein Bild von den internationalen Treffpunkten an der Schule und lobte die „tolle Arbeit“.

Seit zehn Jahren kooperiert die Pestalozzischule mit der Schubert-Durand-Stiftung. Aus der anfänglichen Förderung von muslimischen Kindern ging bald das Café International als Ort der Begegnung für Migranten hervor. Seit 2009 treffen sich dort jeden Mittwoch ab 14 Uhr Frauen diverser Nationen, um sich auszutauschen und zu informieren, während sich Schüler um die Bewirtung kümmern. Auch eine Kinderbetreuung wird inzwischen über die Stiftung angeboten.

„Uns ging es zunächst darum, die Struktur für Begegnung zu schaffen“, erklärt Schulleiterin Isolde Weiss. Die Schule wolle eine „Anlauf stelle“ sein, an der man „Netzwerke knüpfen und nutzen“ könne. Die Schule habe „sich ins Quartier integriert“, stellte Jörg Lutz fest.

Bis heute ist es dabei jedoch nicht gelungen, Mütter der eigenen Schüler für das Angebot zu begeistern: „Das Café lebt, aber die Frauen, die kommen, sind nicht unsere Mütter“, beklagt Weiss. Wenngleich das Café ein „Türöffner“ für die Schule sei.

„Es ist relativ schwierig, an türkische Eltern heranzukommen“, weiß Gudrun Schubert, Vorsitzende des Kuratoriums der Schubert-Durand-Stiftung. „Sie verbinden mit einer Förderschule etwas Negatives und wissen nicht, wie stark ihre Kinder hier gefördert werden.“ Darum müsse man ihnen vermitteln, „dass das eine Chance für ihre Kinder“ sei.

Einmal im Monat findet im Café International außerdem ein Thementag mit einem Fachreferenten statt. So wurde beispielsweise in der Vergangenheit der städtische Stromsparcheck vorgestellt, die Villa Schöpflin informierte über Sicherheit im Internet für Kinder und eine Frauenärztin beriet zu medizinischen Fragen. „Wir versuchen den Frauen zu zeigen, was es in Lörrach für Möglichkeiten gibt“, erklärt Sozialarbeiterin Melahat Ulec, Mitarbeiterin der Schubert-Durand-Stiftung, die gemeinsam mit Shakila Painda das Café leitet. „Vor dem Besuch von Axel Rulf, dem Leiter Volkshochschule, wussten viele Frauen nicht, dass es dort Deutschkurse gibt“, ergänzt Gudrun Schubert.

Rund 15 Frauen nehmen das Angebot laut Ulec regelmäßig war, darunter auch Frauen aus der Gemeinschaftsunterkunft Gretherstraße, denen nebenbei beispielsweise beim Ausfüllen von Formularen geholfen wird.

Aus dem Café heraus ist 2011 die „Internationale Frauentheatergruppe“ entstanden, die direkt im Anschluss probt. Die Theaterpädagogin Laura Jacob vom Theater Tempus fugit hatte ein entsprechendes Projekt für die Schubert-Durand-Stiftung entworfen, das zunächst vom Integrationsministerium des Landes und der Baden-Württemberg-Stiftung gefördert wurde und nun von der Schubert-Durand-Stiftung weitergeführt wird. „Durch das Theater wird unser Selbstbewusstsein gestärkt und wir haben viel Spaß zusammen“, sagt Painda.

Am 28. Juli wird die rund zehnköpfige Gruppen mit Frauen aus Afghanistan, Vietnam, Syrien, Irak, Russland, Kenia, dem Kosovo und der Türkei beim Saisonabschlussfest von Tempus fugit mit einer Performance zum Thema „Emanzipation“ auftreten. u  Kontakt für Interessentinen, die bei der Internationalen Frauentheatergruppe (ab September möglich) mitmachen möchten: Laura Jacob, E-Mail l.jacob@fugit.de