Lörrach Apfelbaum zum Abschied

Die Oberbadische
Jürgen Jaks pflanzten ihm zu Ehren gestifteten Apfelbaum ein. Foto: Regine Ounas-Kräusel Foto: Die Oberbadische

Von Regine Ounas-Kräusel

Lörrach. Jürgen Jaks leistete an der Waldorfschule Lörrach Pionierarbeit. Als die Schule im Jahr 1990 gegründet wurde, unterrichtete er die ersten 25 Schüler. Damals war er der einzige Lehrer. Am Samstag bereitete die Waldorfschule ihrem Gründungslehrer im Rahmen ihrer Monatsfeier einen herzlichen Abschied in den Ruhestand.

Ehemalige Schüler, aber auch die Viertklässler, die er bis zu den Ferien noch unterrichtet, überreichten ihm Sonnenblumen. Nach der Feier griff Jürgen Jaks beherzt zur Schaufel und pflanzte im Hof einen Apfelbaum, den die Schule ihm zu Ehren gestiftet hatte.

Fünf Schülerjahrgänge als Klassenlehrer begleitet

„Ich habe sicher tausend Schüler unterrichtet“, erzählte Jaks unserer Zeitung. An der Waldorfschule Lörrach begleitete er fünf Schülerjahrgänge als Klassenlehrer. Wie in der Waldorfpädagogik üblich, unterrichtete er die Kinder bis zur achten Klasse oder zumindest in der Unterstufe in fast allen Fächern. Außerdem war Jaks Fachlehrer für Englisch.

Seine berufliche Laufbahn begann er als Heilpädagoge. Mehrere Schlüsselerlebnisse brachten ihn später zur Waldorfpädagogik. Als 19-Jähriger sah er Abiturienten der Waldorfschule Kassel bei einem Theaterstück. Er beneidete sie um ihr ausdrucksstarkes, freies Spiel. Vor allem aber erzählte seine Frau mit einer Begeisterung von ihrer Zeit als Waldorfschülerin, die er aus seiner Schulzeit nicht kannte.

So kam er als Lehrer zur Waldorfschule Schopfheim. Er unterrichtete dort eine Förderklasse und ließ sich berufsbegleitend zum Waldorflehrer ausbilden. Weil immer mehr Familien ihre Kinder an der Schopfheimer Schule anmelden wollten, gründeten Eltern im Jahr 1990 eine zweite Waldorfschule in Lörrach. Jürgen Jaks übernahm die erste Klasse. Am Anfang fand der Unterricht im Souterrain der Fridolinschule statt. 1992 übergab die Stadt der Schule das Gelände einer ehemaligen Gießerei altlastenfrei in Erbpacht. Auf diesem Gelände in Stetten befindet sich die Schule bis heute.

In den Aufbaujahren kam jedes Jahr eine neue Klasse mit einem Klassenlehrer hinzu. Fachlehrer wurden stundenweise beschäftigt oder von der Waldorfschule Schopfheim ausgeliehen. Dankbar erinnert sich Jürgen Jaks an die tatkräftige Unterstützung der Eltern. Zu seinen schönsten Momenten als Waldorflehrer gehörte es, wenn die Kinder ihre individuellen Begabungen entfalteten. So erinnerte er sich an einen Zweitklässler, der schon alle heimischen Greifvögel kannte, an ein Kind, das für ihn ein Lied komponierte, und an die Kinder, die mit ihrer sozialen Begabung für ein gutes Klima in der Klasse sorgten.

Im Ruhestand möchte Jaks sich im Naturschutz engagieren, mit Kollegen ein Puppentheater aufbauen und bei Bedarf als Vertretungslehrer an der Schule einspringen.

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