Lörrach Artistin zu Wasser und in der Luft

Adrian Steineck

Linda Sander steht am Rand ihrer Wasserschale. Athletisch biegt sie ihren Körper im Einklang mit der Musik und den Lichteffekten. Dann taucht sie ihre Haare in das nasse Element und schüttelt ihren Kopf so, dass die Tropfen funkelnd aufspritzen. Platsch! Schon taucht sie ganz ein und beweist dabei im Spiel am und mit dem Wasser eine Körperbeherrschung, die beim Publikum ein ums andere Mal spontanen Applaus erntet.

Von Adrian Steineck

Lörrach. Linda Sander präsentiert in Lörrach ihre Wasserschalen-Akrobatik und damit eine Shownummer, die selten ist. „Das gehört mit zur Equilibristik, also zur Akrobatik, die mit der Balance zu tun hat“, erklärt die 31-Jährige nach der Vorstellung im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Berlinerin ist staatlich geprüfte Bühnenakrobatin und ursprünglich in der Luftakrobatik zu Hause. Sie ist auch nach wie vor als Luftartistin aktiv. „Ich wollte aber unbedingt auch etwas mit Wasser machen“, umreißt sie die Gründe dafür, sich in diesem Bereich weiterzubilden.

Bis zu 800 Liter fasst die Wasserschale, mit der Linda Sander auftritt. „Je nachdem, wie ein Auftritt ablaufen soll, wird sie dann unterschiedlich stark befüllt“, sagt die Bühnenkünstlerin. Mit einer Füllung tritt sie an mehreren Tagen hintereinander auf. Was ist das Besondere an der Arbeit im Wasser? „Einen Handstand an Land zu machen, das ist bereits eine echte Fähigkeit“, legt sie dar. Im Wasser aber sei das nochmals schwieriger, zumal wenn die Wasseroberfläche unruhig ist und gegen ihren Körper brandet.

Als Akrobatin ist Linda Sander weltweit unterwegs. Daher weiß sie auch um Unterschiede in der Mentalität der Zirkusbesucher. „In den USA flippen die Leute regelrecht aus“, erinnert sie sich schmunzelnd.

In der Corona-Zeit hat sie regelmäßig trainiert

Während der vergangenen drei Jahre musste sie von den Erinnerungen an ihre internationalen Auftritte zehren. Die Teilnahme am Lörracher Weihnachtscircus bedeutet für die Artistin auch den Neubeginn nach der Corona-Zwangspause. „Vor Corona waren wir in der Welt zuhause“, schildert sie ihr Erleben stellvertretend für die Zunft der Zirkusakrobaten. Dann kam der Einbruch: Abgesagte Vorstellungen, eingeschränkte Reisemöglichkeiten, kaum öffentliche Veranstaltungen. Wie sie diese Zeit überstanden hat? „Ich habe jeden Tag trainiert, weil ich dachte, es könnte jederzeit wieder losgehen“, sagt Linda Sander. Durch die Pandemie seien zwei Jahre quasi verloren gegangen: „Die gibt einem niemand wieder.“ Zudem habe sie sich als Bühnenkünstlerin auch ganz bewusst für dieses Leben entschieden. „Das Publikum hat uns allen sehr gefehlt“, betont sie.

Seit dem Sommer ist Linda Sander wieder aktiv, und zwar sowohl mit ihrer Darbietung in der Luft als auch mit ihrer Wasserschalen-Akrobatik. Gibt es noch Träume, die sich erfüllen will? „Ich wollte immer schon einmal in China auftreten“, schwärmt sie.

Weitere Aufführungen

Der Lörracher Weihnachtscircus hat sein Zelt bis zum 8. Januar auf dem Festplatz im Grütt, Beim Haagensteg, aufgeschlagen. Die Vorstellungen finden täglich ab 15.30 Uhr, freitags, samstags, sonn- und feiertags zusätzlich ab 19.30 Uhr statt. Am Samstag, 31. Dezember, findet nur ab 19 Uhr eine Silvester-Gala mit Sektempfang statt. Nähere Informationen und Tickets gibt es im Internet unter www.loerracherweihnachtscircus.de.

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