Lörrach Attraktive Urbanität

Ein Kommentar von Bernhard Konrad

Das Stadtzentrum entwickelt sich weiter – und die Musik spielt bei dieser Inszenierung vor allem im Norden. Dort befindet sich die Bühne, auf der Lörrachs Wandel in diesen Tagen am deutlichsten sichtbar wird. Mit der Eröffnung des Wohn- und Geschäftshauses „Lö“ wird das gesamte Areal zwischen Rathaus, Bahnhofsplatz und Palmstraße aufgewertet. Künftig wird die Turmstraße die Brücke zwischen dem inneren und äußeren Stadtkern schlagen – mit dem Hebelpark als kleiner grüner Oase zum Verweilen zwischen den beiden Quartieren.

Das „Lö“ ist ein unmissverständliches urbanes Statement, gleichwohl wirkt der imposante Bau mit seiner von Glas, hellem Gestein und klaren Strukturen dominierten Fassade nicht schwerfällig, sondern leicht und wertig: ein Blickfang.

Gelegentlich geäußerte Einwände, der öffentliche Raum sei dort zu „betonlastig“ sind in diesem Kontext eher fehl am Platz. Stadt ist Stadt – der Alte Markt sieht auch nicht aus wie eine Streuobstwiese. Wichtiger ist eine überzeugende städtebauliche Verbindung zwischen der modernen Silhouette des „Lö“ und dem in die Jahre gekommenen Charme des Bahnhofsplatzes. Hierbei allerdings spielen punktuelle Akzente durch Grünelemente durchaus eine Rolle. Die Verwaltung sollte sich von der arg betulich anmutenden Blümchen-Deko in den Trögen verabschieden und eine dem Ort angemessene Bepflanzung aussuchen.

Die nächste Baustelle offenbart sich unterdessen in direkter Nachbarschaft. Soll das Gesamtensemble eine Wirkung entfalten, die seiner Bedeutung entspricht, ist auch die Aufwertung des Hauptbahnhofs einschließlich seiner Nebengebäude notwendig. Hierauf kann die Stadt allerdings kaum Einfluss nehmen – leider.

Der öffentliche Raum vom Stadthotel über den Bahnhof und das „Lö“ bis in die Palmstraße hinein muss als Ganzes gedacht werden. Und am Horizont sind bereits Optionen für die zukünftige Nutzung des Krankenhaus-Areals zu sehen. Eine lebendige Stadt ist nie zu Ende entwickelt: Mit diesem Wandel vollzieht Lörrach den nächsten Schritt hin zu attraktiver Urbanität in der trinationalen Agglomeration Basel.

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