Lörrach Auf dem Weg zum Erfolgsmodell

Das Hellbergmonster hat überhaupt keinen Grund für schlechte Laune: Petra Sauer und Thomas Schmitt freuen sich über das wachsende Interesse an der Brombacher Werkrealschule. Foto: zVg

Lörrach - Die Werkrealschule an der Brombacher Hellbergschule befindet sich offenbar auf dem Weg vom Nischenangebot zum gerne nachgefragten Schulmodell. Nachdem sie als letzte Werkrealschule im Schulbezirk über Jahre hinweg eher niedrige Anmeldezahlen verzeichnete, kann sie nun für das Schuljahr 2020/21 mit 38 Schülern in den fünften Klassen planen. Rektorin Petra Sauer und Konrektor Thomas Schmitt sehen dies als Bestätigung der Stärken dieser Schulform und der Arbeit vor Ort.

„Ich bin froh, dass wir diese Akzeptanz für die Werkrealschule spüren“, sagt Sauer im Gespräch mit unserer Zeitung. Im Bewusstsein der Eltern etabliert sich offenkundig mehr und mehr die Tatsache, dass die Werkrealschüler nach bestandener Prüfung einen mit der Realschule gleichrangigen Abschluss erreicht haben.

Mit dem Abschluss der Realschule gleichrangig

Unterschiede liegen in der insgesamt stärkeren Praxisorientierung der Werkrealschule und dem etwas langsameren Vorgehen in der 5. und 6. Klassenstufe. Schon in den beiden Einstiegsklassen werde der Unterricht mit Blick auf die Leistungsfähigkeit der Schüler individualisiert. Doch erst ab der Mittelstufe fächert sich das Niveau stärker auf, so dass einige Schüler auf der Hauptschul-Schiene weiterlernen können, andere aber mit Werkrealschulanspruch arbeiten. Dies allerdings gemeinsam in einer Klasse. Das heißt: Ein von den betroffenen Kindern meist als Abstieg empfundener Zwangs- Wechsel von der Realschule an die Werkrealschule ließe sich oft vermeiden, wenn diese Schüler die 5. und 6. Klasse zum Ausloten ihrer schulischen Möglichkeiten nutzen würden, um sich dann innerhalb der Hellbergschule Richtung Haupt- oder Werkrealschulabschluss zu orientieren.

Mittlerweile, so Sauer, hätten sich auch einige Schüler in Brombach angemeldet, die eine Realschulempfehlung bekommen haben. Im Übrigen sei der Schritt Richtung Abitur nach einem Werkrealschulabschluss an einem beruflichen Gymnasium ebenso möglich wie nach dem Realschulabschluss, betonen Sauer und Schmitt – inklusive der Option auf ein anschließendes Studium.

Neben zahlreichen Info- Veranstaltungen und positiven Rückmeldungen aus der Elternschaft zeichne die Hellbergschule auch die verlässliche Kooperation mit außerschulischen Partnern aus – allen voran die ortsansässige Schöpflin Stiftung. Aber auch die Stadt Lörrach, die Gevita sowie die Unternehmen Hieber und „follow me“ gehören zu den Bildungspartnern der Schule – um nur einige zu nennen.

„Wir lernen mit Kopf, Herz und Hand“

„Wir lernen mit Kopf, Herz und Hand“, sagt Schmitt, „und wir kennen noch unsere Schüler“, beschreibt der Konrektor die familiäre Atmosphäre in der Schule. Das soll so bleiben – auch bei einer wachsenden Schülerschaft. Erfahrungsgemäß wechseln ohnehin etliche Realschüler im Laufe der Zeit nach Brombach, so dass sich künftig aus der Zweizügigkeit sogar eine Dreizügigkeit ab der 7. oder 8. Klasse entwickeln könnte. Dies wird die Dringlichkeit baulicher Veränderungen erhöhen. Derzeit wird ein naturwissenschaftlicher Raum renoviert. Eigentlich wäre ein zweiter solcher Fachraum sinnvoll, ebenso einer für musische Fächer – und vier bis fünf weitere Klassenzimmer.

Und: Spätestens wenn auf dem Brombacher Bühl ein neues Baugebiet ausgewiesen wird, dürfte auch der Raumbedarf an der Grundschule der Hellbergschule steigen.

Das wird noch eine Weile dauern, zunächst aber sieht sich die Schulleitung auf dem richtigen Weg: Der etwas ausgeprägtere Bezug zur Berufsorientierung und der Ruf der Schule werden mittlerweile auch jenseits der Lerchenstadt wahrgenommen. Zuletzt waren unter den Anmeldungen einige Schüler aus dem Wiesental – auch dies sei ein Grund zur Freude, sagen Sauer und Schmitt unisono.

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