Lörrach Auf die Bücher – los

Toni Kostic

„Mama lies mir das vor!“, fordert ein kleines Mädchen energisch von seiner Mutter, die gleichzeitig das kleinere Geschwisterchen im Blick behalten musste, und hält ihr mit ausgestreckter Hand den schmalen Band entgegen. Sowohl am Rand als auch in der Mitte der vorübergehend aufgebauten Kinder-Bibliothek sitzen Eltern und Großeltern bei der 31. Kinderbuchmesse Lörracher Leselust mit ihren Kleinen, um sie stöbern zu lassen und aus Neuerscheinungen vorzulesen.

Von Toni Kostic

Lörrach. Das leicht gedämpfte Licht und gemütliche Sitzkissen schafft dafür die optimale Lesestimmung. Viele sind neugierig und interessiert. Piraten, Meerjungfrauen und viele Tiere prangen von den Buchcovern staunenden Augen entgegen.

Jugendromane stehen im hinteren Teil des ovalen Raums und bieten älteren Kindern Teenager-Geschichten und Alternativen zur klassischen Love Story. Ungewöhnlich, mittlerweile aber alltagsrelevant, ist das reich bebilderte Buch „Was ist Krieg?“ von Eduard Altarriba unter den Werken. Für schon größere Kinder bietet es die politisch-theoretischen Bausteine internationaler Konflikte.

Viele große und kleine Leute

„Ich bin erstaunt und sehr glücklich darüber, dass so viele kleine und große Leute gekommen sind“, sagt Birgit Degenhardt, künstlerische und organisatorische Leiterin der Kinderbuchmesse. Jährlich gebe es etwa 5000 Neuerscheinungen auf dem Markt für Kinderbücher, die man sich teilweise hier anschauen kann. Auch für die kindliche Leseförderung könne es nicht besser laufen, als dass die Veranstaltung gut frequentiert ist und sich die Besucher stundenlang im Burghof aufhalten.

Viele Nebenveranstaltungen der Messe waren zu diesem Zeitpunkt schon ausgebucht. Teilweise fanden Angebote auch digital statt, neben den schon online gestellten Formaten. So empfehlen die Mitglieder des Leselust-Teams in aufgenommenen Videos etwa Bücher in kurzen Besprechungen; auch Autorenlesungen werden anschließend hochgeladen, sagte Degenhardt.

Glückliche Kinder

Zwar vermissten manche Besucher die vor der Corona-Zeit angebotenen Bastelaktionen und Spiele sowie die Stände von Buchverlagen. Nichtsdestotrotz: „Die Kinder sind happy“, sagt eien Besucherin, „denen fehlt nichts.“

Auf dem Schoß von Vater Marcus sitzt Mael Jedanowski und lässt sich vorlesen. Beide sind aus Birsfelden angereist. Für beide ist es die erste Kinderbuchmesse. Es gebe viele tolle Bücher.

Gerade erst ist Annette Gablik aus Lörrach mit ihrer Tochter Sofia angekommen und hält schon das erste Buch in den Händen. „Die Kleine ist eine Lesemaus“, verrät Gablik, „sie liebt Bücher ohne Ende.“ Die Buchmesse war für sie eine Alternative zur Stadtbibliothek. Darüber hinaus könne man so etwas unternehmen und für Sofia biete die Veranstaltung soziale Kontakte. „Sofia ist gleich reingestürmt, hat sich ein Buch geschnappt und gelesen“, sagt die Mutter der Vierjährigen.

Theater des Lachens

Am späten Nachmittag führt das Ensemble Theater des Lachens aus Frankfurt an der Oder unter der Regie von Torsten Gesser noch das Stück „Trockenschwimmer“ auf. In kleinen, wunderbaren Begegnungen ermutigen und trietzen sich, streiten und lachen der Frosch und die im rot-weiß gestreiften Badeanzug witzig aussehende Kröte gemeinsam. Ein Teich ist für beide eigentlich zu klein, ohne einander wollen sie aber auch nicht bleiben.

Das Leselust-Team mit seinen aktuell zwölf Mitglieder hat ganze Arbeit geleistet. Engagierter Zuwachs wäre indes sehr willkommen.

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