Lörrach Kommentar: Auf und Ab am Engelplatz

Das Gebiet Nördlich Engelplatz soll bebaut werden: aber wie? (Archivfoto) Foto: Kristoff Meller

Lörrach - In der Debatte um die Entwicklung des Plangebiets Nördlich Engelplatz herrscht kein Mangel an Ideen. Was mittlerweile fehlt, ist eine Haltung der Stadt zu einer zentralen Frage, die über Grundsatzentscheidungen zu verdichtetem Wohnraum hinausgeht. Konkret: zum Hochhaus.

Zunächst hat die Verwaltung die Forderung von Jury und Gestaltungsbeirat nach höherer Dichte aufgegriffen; daraus entwickelte sich der Hochhaus-Vorschlag. Nun, nachdem sich Bürgerprotest formiert hat und die öffentliche Meinung gegen das Hochhaus allmählich kippen könnte, wurde ohne Not die Bereitschaft zur Kehrtwende signalisiert: Die Stadt bestehe keineswegs auf den Bau eines Hochhauses – entscheidend sei eine dem Ort angemessene Dichte, sagte Monika Neuhöfer-Avdic kürzlich im Ausschuss.

Ok, man kann das auch positiv sehen. Die Stadt ist dialogbereit und in dieser Phase noch offen für neue Impulse. Indes: Die Verwaltungsspitze sollte gewährleisten, dass die Kommune den Entwicklungsprozess mit einer klaren, gut begründeten Position zur Hochhaus-Frage führt und diese auch vertritt – selbst wenn sie hinterfragt, diskutiert und womöglich am Ende nachjustiert werden würde.

Die Entwicklung des Gebiets Nördlich Engelplatz reicht in ihrer Bedeutung weit über (berechtigte) Anwohnerinteressen hinaus. Damit dieser Prozess und das diffizile Dreiecksverhältnis von Verwaltung, Kommunalparlament und Bürgerschaft seine Konturen behält und zu überzeugenden Entscheidungen kommt, ist eine nachvollziehbare Position der Kommune zur Hochhaus-Frage unverzichtbar.

Zudem darf nicht vergessen werden, dass der Hochhaus-Ansatz bislang mehrheitlich vom Gemeinderat unterstützt wird. Das Hin und Her, die unklare Haltung der Stadt, schwächt nicht zuletzt auch die Relevanz des Parlamentsvotums.

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