Lörrach Ausgebüxte Würgeschlangein Treppenhaus eingefangen

Armin Böhler mit der 1,70 Meter langen Schlange Fotos: zVg Foto: Die Oberbadische

Von Guido Neidinger

Lörrach-Haagen. Große Aufregung und auch Angst herrschte gestern am frühen Morgen in einem Mehrfamilienhaus in der Haagener Stöckmattenstraße. Im Treppenhaus hielt sich eine 1,70 Meter lange Schlange auf. Niemand von den Hausbewohnern traute sich an der Würgeschlange vorbei.

Die alarmierte Polizei informierte gegen 5.30 Uhr den Reptilien- und Schlangenspezialisten Armin Böhler, der die Boa constrictor einfing. „Entweder wurde die Schlange ausgesetzt oder ist ihrem Besitzer ausgebüxt“, sagte Böhler im Gespräch. Letzteres bestätigte sich. Am späten Nachmittag meldete sich der Besitzer. Er wohnt in dem Mehrfamilienhaus. Von der Schlangenhaltung aber wussten die Nachbarn nichts. Der Besitzer war überglücklich, sein Haustier wieder unversehrt zurück zu haben.

Allein in diesem Jahr musste Böhler bereits acht Reptilien einfangen. „Meistens waren es einheimische Tiere, aber es waren auch Exoten darunter“, erklärte er. Im vorliegenden Fall lag der Schlangenexperte richtig, dass das Tier seinem Besitzer ausgebüxt war, „da es sich in einem sehr guten Allgemeinzustand befindet.“

Gelingen kann Schlangen nach Böhlers Erfahrung die Flucht, „wenn das Terrarium nach dem Füttern nicht richtig abgeschlossen wird, oder wenn es nur lose abgedeckt ist. Schon kleinste Öffnungen genügen dafür.“

Obwohl die Boa constrictor nicht aggressiv sei, ist Respekt angebracht. Zwar könne eine Würgeschlange dieser Größe keinen erwachsenen Menschen ersticken. „Allerdings kann sie, wenn sie sich gestört fühlt, sehr schmerzhaft zubeißen“, mahnt Böhler zur Vorsicht.

Armin Böhler hat 40 Jahre Erfahrung in der Haltung von Reptilien in Terrarien. Zudem besitzt er seit 13 Jahren eine Gifttierbewilligung, zum Beispiel für den Umgang mit Skorpionen.

Im vorliegenden Fall muss die Schlange, die bis zu 2,5 Meter lang werden kann, aus der Wohnung des Halters entwischt sein.

Da das Tierheim in Hauingen nicht über Unterbringungsmöglichkeiten für derart große Schlangen verfügt, wurde versucht, das Tier im Tierheim Weil am Rhein oder in Freiburg unterzubringen. Vorübergehend hatte Böhler die Schlange bei sich aufgenommen.

Nicht immer geht ein Schlangenfund so unproblematisch zu Ende. Nach Böhlers Erfahrungen „wird etwa die Hälfte der Tiere, die er einfängt, ausgesetzt“. Besitzer würden das Größenwachstum oft unterschätzen und kämen nicht mehr mit ihnen klar, oder es fehle schlicht der Platz für eine artgerechte Haltung. Im vergangenen Jahr musste Böhler zum Beispiel eine australische Echse einfangen, die mehr als einen halben Meter lang war.

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