Von Peter Ade

Lörrach. „Autos gehören auf die Schiene“, fordert die SPD-Fraktion des Gemeinderats den Fortbestand des Autoreisezugs Hamburg-Hildesheim-Lörrach. Bei der von der Deutschen Bahn (DB) angekündigten Stilllegung der Linie gingen allein in Basel und Lörrach über 70 Arbeitsplätze verloren.

Fotostrecke 2 Fotos

Günter Schlecht, Betriebsratsvorsitzender DB Fernverkehr und SPD-Fraktionsvorsitzender sowie die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Christiane Cyperrek und die Hauinger Vorsitzende Annette Bachmann-Ade unterstrichen bei einem Pressegespräch die Bedeutung des Autoreisezugs für Lörrach und die Region.

Mit am Tisch saß Joachim Holstein, Betriebsrat DB European Railservice Hamburg, der sich als leidenschaftlicher Verfechter der DB-Einrichtung erwies. Die Bahn, so sagte er, müsse eine im Vergleich zu Stuttgart 21 geradezu winzige Summe Geld in die Hand nehmen, um den Autoreisezugverkehr für die nächsten Jahrzehnte zu sichern. Statt dessen wolle sie das Angebot über kurz oder lang sterben lassen, indem sie alte und defekte Fahrzeuge ausmustere und nicht ersetze.

„Unsere Kunden“, so Holstein, „wollen gerne auch in Zukunft mit dem Autoreisezug von Hamburg nach Lörrach, von Düsseldorf nach Villach, von Hildesheim nach Bozen oder von Berlin nach Verona fahren“. Die Weichen für die Zukunft des Autoreisezugverkehrs würden jetzt gestellt. „Doch dafür braucht es Druck“, so der Gewerkschafter.

SPD-Mann Günter Schlecht untermauerte den „vereinbarten Schulterschluss mit Hamburger Gewerkschaftskollegen“ anhand konkreter Zahlen aus dem Jahr 2013: Demnach sind in Lörrach mit dem Autoreisezug 10 633 Pkw und 3333 Motorräder angekommen. Abgereist sind 10 658 Pkw und 2767 Motorräder.

„Erhebungen, die für sich sprechen“, begründete Schlecht den Protest der SPD-Fraktion gegen Pläne des Rathauses, das „städtebauliche Filetstück Güterbahnhof“ einer anderweitigen Nutzung zuzuführen. Erst müssten die anderen „Filetstücke“ bearbeitet werden: Post- und Vogelbach-Areal, Badstraße, Kinderspielplatz Belchenstraße, MMZ-Gelände.

SPD-Stadträtin Cyperrek empfahl darüber hinaus die stärkere werbemäßige Nutzung des Autoreisezugs: Bei jährlich 70 000 ankommenden Fahrgästen sei eine wesentlich bessere Präsentation des touristischen Angebots der Kreisstadt naheliegend. Bachmann-Ade ergänzte: „Schon in den Zugabteils könnten Werbeprospekte auf die Vorzüge der Urlaubsregion hinweisen.“

Eine Absage erteilt die SPD darüber hinaus der immer wieder diskutierten Überlegung, die Holzverladung am Güterbahnhof einzustellen. In der Folge, so Cyperrek, würden pro Jahr rund 16 000 Lkw-Ladungen Holz von der Schiene auf die Straße verlagert - „eine fatale Vorstellung“.

Immerhin, so die SPD-Fraktion, gebe es im gesamten Landkreis zurzeit 11 700 Waldbesitzer, die den Lörracher Holzverlad überwiegend zu schätzen wüssten. Im Übrigen kenne man aus dem Quartier so gut wie keine Klagen über Lärmbelästigung, und auch die Regio-S-Bahn werde in keiner Weise beeinträchtigt.