Lörrach Axel Rulf warnt vor „prekären Verhältnissen“

 Foto: Kristoff Meller

Lörrach - Mit 800 Veranstaltungen im Jahr und 16 000 Unterrichtsstunden von 226 Dozenten ist die Volkshochschule Lörrach inzwischen „ein mittelständisches Unternehmen“, erklärte Leiter Axel Rulf in einem Sachstandsbericht in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Mittelfristig bekomme die VHS jedoch ein Raumproblem und auch die Dozentenvergütung sei „mangelhaft“.

Von „prekären Verhältnissen“ bei den freiberuflichen Dozenten sprach Rulf in der Sitzung des Gremiums, in der auch die Stadtbibliothek (wir berichteten) und die Städtische Musikschule (wir berichten noch) einen Bericht zur aktuellen Situation vorstellten. Die Bezahlung der Dozenten werde „mittelfristig problematisch“ und müsse überdacht werden.

Von den 226 Dozenten sind laut Rulf rund 90 Prozent weiblich – wie auch etwa 75 Prozent der Kursteilnehmer. „Ohne Frauen könnte man die VHS vergessen“, so Rulf wörtlich. Hinzu kommen sechs Verwaltungsmitarbeiter, die sich meist in Teilzeit die 3,7 Stellen teilen.

Der Jahresumsatz liegt bei rund 900 000 Euro. Die Einnahmen setzen sich aus den Teilnahmegebühren (62 Prozent), dem Zuschuss der Stadt (26 Prozent) sowie dem Landeszuschuss (zwölf Prozent) zusammen. Die Kostendeckung liege bei 74 Prozent, führte Rulf aus.

Das zweite Problem der ansonsten auf der Erfolgswelle schwimmenden Einrichtung sei die Situation in der Theodor-Heuss-Realschule. Dort findet lautet Rulf die große Mehrzahl der insgesamt VHS-Sprachkurse statt, die Räume seien aber „nicht mehr erwachsenengerecht“, weil sie beispielsweise nicht über einen Internetzugang verfügen.

Insgesamt ist die VHS inzwischen an 23 Orten im Stadtgebiet mit Angeboten vertreten. In der Kaltenbach-Stiftung in Stetten finden viele Kurse für Kinder statt, die Bewegungskurse sind größtenteils im eigenen Zentrum in der Arndtstraße untergebracht und die Kochkurse werden in der Küche in der der Schlossbergschule angeboten. Der Wichtigste sei das vor 20 Jahren übernommene Alte Rathaus im Stadtzentrum. „Es hat dafür gesorgt, dass wir die Zahlen verdoppeln konnten“, erklärte Rulf. Das zeige, wie wichtig die Veranstaltungsorte für den Erfolg seien.

Die VHS Lörrach hat ihr Programm in fünf Bereiche aufgeteilt: „Mensch-Gesellschaft-Umwelt“, „Kultur-Gestalten“, „Gesundheit“, Sprachen“ und „Arbeit-Beruf-EDV“.

Im nächsten Semester möchte Rulf angesichts der aktuellen Klimadebatte „stärker in die Umweltbildung“ einsteigen. Geplant ist unter anderem der VHS-Kurs „klimafit“. Der Helmholtz Verbund für regionale Klimaänderung (REKLIM) und der WWF Deutschland haben dazu 2017 laut einer Mitteilung ein Pilotprojekt an neun Volkshochschulen gestartet, „um Bürger zu Multiplikatoren im kommunalen Klimaschutz auszubilden“.

Das innovative Kursformat ist laut WWF so erfolgreich, dass im Frühjahr 2020 der Kurs an über 30 Standorten in Nord- Mittel- und Süddeutschland angeboten werden soll. Der Kurs vermittle „auf Basis der wissenschaftlich aktuellen Daten und Fakten Handlungsoptionen, die helfen auch schwierige Entscheidung in Fragen der Klimaanpassung besser treffen zu können“.

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