Lörrach Bäume mit im Blick: Häuserabriss nimmt Fahrt auf

Marco Fraune

Mit der „Neuen Mitte Nordstadt“ wird das Zweieinhalbfache der bisherigen Wohnfläche auf gleichem Grund und Boden geschaffen. Aktuell laufen die Abrissarbeiten an der alten Tiefgarage. Es gilt Platz zu schaffen für zwei Wohnblöcke, die anstatt der bisherigen vier Wohnhaus-Zeilen stehen sollen. Im Ausschuss für Umwelt und Technik sorgte vor allem die Baumbepflanzung für Diskussionsstoff.

Von Marco Fraune

Lörrach. Voll des Lobes für das städtische Wohnbauprojekt ist Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic. „Es ist eine richtig wichtige Maßnahme im Zuge des demografischen Wandels“, zielte sie auf die Barrierefreiheit der neuen Wohnungen ab. Außerdem handele es sich um bezahlbaren Wohnraum. Hinzu kommt, so ergänzte Stadtbau-Bauleitplaner Stephan Färber, auch ein Supermarkt im Quartier.

Bäume erhalten

Einen deutlichen Appell für den Erhalt des vorhandenen Baumbestandes im und rund um die neuen Bauten, richtete Claudia Salach (Grüne) im Ausschuss an die Verantwortlichen. „Der ist nicht neu entwickelbar.“ So werde 90 Prozent des Geländes versiegelt und bebaut, es bleibe wenig Platz für breit wurzelnde Bäume. Froh sei sie zugleich, dass man weg von den zwei Stellplätzen pro Wohneinheit komme, sondern der Wert unter eins liege. „Das ist angemessen für das Quartier.“

Miete und Stellplätze

Bundesweit fehle es an bezahlbarem Wohnraum, erklärte Petra Höfler (CDU). Daher hob sie das Wohnbau-Projekt positiv hervor, das trotz schwieriger Rahmenbedingungen realisiert wird. Zugleich sei zu hoffen, dass noch Extra-Zuschüsse vom Land im Sinne der sozial verträglichen Mieten fließen.

Große und kleine Wohnungen würden in Lörrach besonders benötigt, unterstrich Christa Rufer (SPD). Daher begrüßen die Sozialdemokraten den Ansatz des verdichteten Bauens sowie die besondere Qualität ebenso wie die Nahversorgung mit dem Supermarkt. Kritisch bewertete Rufer, dass der Stellplatzfaktor von 0,6 auf 0,75 steige, die 27 Stellplätze seien „sehr großzügig“ bemessen, obwohl das Quartier an den ÖPNV gut angebunden sei. Beim Umwelt-Aspekt sei im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens „Neue Mitte Nordstadt“ nachgebessert worden.

Buslinien 7 und 17

So viel Wohnraum wie benötigt wird, könne aber nicht gebaut werden, weiß Matthias Lindemer (FW). Die Zahl der Parkplätze hält er für nicht überdimensioniert, da es dort schon jetzt eng sei. Nachgebessert werden müsse bei den Buslinien 7 und 17, die „nicht funktionieren“.

Bei einer Gegenstimme von Matthias Koesler (FDP) sowie einer Enthaltung von Sabine Schuhmacher wurde dem Gemeinderat auch die Zustimmung zur Billigung des B-Plan-Entwurfs sowie der Beschluss zur erneuten Offenlage empfohlen. Koesler zeigte sich „sehr enttäuscht“ über die Umweltbaubegleitung. An der Wintersbuckstraße seien die Eschen sehr vital, während die Experten angesichts des Eschentriebsterben hier einen anderen Bewuchs vorsehen. In der Gemeinderatssitzung will die Verwaltung genauere Infos nachliefern.

Ökologische Baubegleitung

Färber hatte zuvor die Stellungnahmen der Behörden und der Träger öffentlicher Belange vorgestellt, in dem es auch um Ergänzungen beim Artenschutz ging. So werde nun die vorgeschlagene ökologische Baubegleitung ebenfalls als notwendig eingestuft und eine Festsetzung zu Erhalt und Pflanzung von Bäumen, für Geländeveränderungen im Bereich von Baumwurzeln und die Kontrolle von Gehölzen im Wohnquartier ergänzt.

Nicht nur die Wohnungen sollen durchweg barrierefrei sein, sondern auch im Außenbereich werde darauf geachtet, versicherte Färber nach einer kritischen Stellungnahme von Rufer. Carsharing sei zudem vorgesehen.

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