Lörrach Bald 1000 neue Salzert-Bewohner?

Aus allen Nähten platzte das Gemeinschaftshaus auf dem Salzert bei der Bürgerinformation der Stadt. Foto: Markus Greiß Foto: Die Oberbadische

Bei einer Bürgerinformation hat die Stadt über geplante Wohnungsbaumaßnahmen auf dem Salzert informiert. Nachdem die Verwaltung das zunächst favorisierte Waldgebiet im Süden aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht als Neubaugebiet nutzen kann, soll nun im Norden des Stadtteils dringend benötigter Wohnraum geschaffen werden.

Von Markus Greiß

Lörrach. In seiner Einführung erinnerte Oberbürgermeister Jörg Lutz an die Zeit der ausgehenden 1950er Jahre, als Menschen verzweifelt nach Wohnraum suchten und ihn im Neubaugebiet auf dem Salzert fanden. Auch heute herrsche wieder Wohnungsnot, weshalb man an vielen Orten in Lörrach Baumöglichkeiten suche. Dabei stehe man mit den Plänen für den Salzert noch „ganz am Anfang“.

Die im Rathaus für Stadtentwicklung und Stadtplanung zuständige Monika Neuhöfer-Avdic präsentierte die Vorstellungen der Stadt: Ziel sei es, „den Salzert von aktuell rund 2500 Einwohnern auf über 3000 Einwohner zu entwickeln, um so auch die vorhandene Infrastruktur langfristig zu stärken oder sogar noch auszubauen“.

Der rechtskräftige Flächennutzungsplan sieht als Erweiterungsfläche das Gebiet nördlich des „Vorengele“ vor. Die Stadt möchte dort nun mit dem Grunderwerb starten, die verschiedenen Erschließungsvarianten und die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr prüfen sowie ihre Lärmschutzpläne konkretisieren.

Einfamilienhäuser als auch mehrstöckige Mietobjekte vorsehen

Man wolle nicht für eine spezielle Zielgruppe bauen, sondern die bestehende soziale Mischung beibehalten, so Neuhöfer-Avdic – sprich: sowohl Einfamilienhäuser als auch mehrstöckige Mietobjekte vorsehen.

„Wir stehen bereit, uns baulich zu engagieren“, erklärte vor diesem Hintergrund Thomas Nostadt, Geschäftsführer der Wohnbau Lörrach. Er verwies auf den Aufschwung, den der Stadtteil auch dank der Wohnbau-Investitionen von 20 Millionen Euro in den letzten Jahren genommen hat. Die Chance einer Erweiterung liege unter anderem darin, bestehende Infrastruktur wie etwa die Schule besser auszulasten.

Der Soziale Arbeitskreis ist mit im Boot, „um das Potenzial der Neubürger aufzunehmen und zu integrieren“, betonte SAK-Geschäftsführer Jürgen Rausch.

An die Präsentationen schloss sich eine lebhafte Diskussion mit zahlreichen Wortmeldungen an. Heike Walterscheid störte sich an widersprüchlichen Zahlen hinsichtlich der zu schaffenden Wohnungen auf dem Salzert. Neuhöfer-Avdic präzisierte, dass maximal 500 Wohnungen für bis zu 1000 Neubürger geschaffen werden könnten. Unterschiedliche Zahlen rührten daher, dass die Planung erst beginne.

Bebauung des Waldstücks vom Tisch

Rasmus Kidmose stellte die Attraktivität des ausgewiesenen Neubaugebiets „unter der Starkstromleitung und nahe der Autobahn“ in Frage. Selbstverständlich werde nicht unter der Leitung gebaut, und die Lärmschutzbestimmungen würden eingehalten, so Neuhöfer-Avdic.

Auf Nachhaken eines Vertreters der Interessengemeinschaft „Rettet den Salzertwald“ wiederholte Lutz, dass die Bebauung des Waldstücks Salzert-Süd für die Verwaltung vom Tisch sei. Anwohner der Fridolin-Engel-Straße sorgten sich über den Wertverlust ihrer Grundstücke und die steigende Lärmbelastung, sollte die Erschließung des neuen Gebiets über ihre Straße erfolgen.

Eine andere Bewohnerin plädierte dafür, bei der im Stadtteil geplanten Nachverdichtung den Bolzplatz nicht zuzubauen. Die Stadtvertreter um OB Lutz sicherten zu, die Anregungen und Sorgen mitzunehmen und die Bürgerschaft weiterhin in die Planung einzubeziehen.

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