Lörrach Balladen meets Bossa, rau trifft sanft

AnneMarianne Quodlibetting: Das Quartett mit den beiden Sängerinnen Anne Czichowsky und Marianne Racine sowie Michael Bucher (Gitarre) und Dominique Girod bescherte einen ungewöhnliche Abend im „Jazztone“. Foto: Gerd Lustig

Lörrach - Beim jüngsten Konzert im Lörracher Jazztone beherrschten zwei Frauen – eine mit eher sanfter und weicher Stimme, die andere eher rau und markant – die Bühne.

Anne Czichowsky und Marianne Racine bescherten einen ungewöhnlichen Abend. Dazu gaben Michael Bucher (Gitarre) und Dominique Girod (Bass) die feinfühlige bis starke Begleitung in dem Quartett, das sich „AnneMarianne Quodlibetting“ nennt.

„Quodli….was“? So skurril der Bandname, so auch die Musik. Bereits im Mittelalter kannte man das Übereinanderlegen von zwei oder mehreren Musikstücken mit analogen Akkordfolgen. Jahrhunderte später nahm sich der Bebop dem Quodlibetting an – und nun die beiden Frauen. Heraus kommt ein Mix, bei dem vor allem die unterschiedlichen Stimmen von Anne Czichowksky, die in der deutschen Jazzszene hinlänglich bekannt ist, und der „schwedischen Zürcherin“ Marianne Racine zum Einsatz kommen. Und da sie diese „Contrafacts“ augenzwinkernd und lässig-spielerisch in Angriff nehmen, wird es ein musikalisch interessanter Abend.

Da treffen unter anderem ein wenig halsbrecherisch anmutende Bop-Melodien auf alte Schlager-Schnulzen. Wann hat man schon einmal „Proovin’ high“ und „Lass mich dein Badewasser schlürfen“ gleichzeitig gehört. Das Motto heißt „Balladen meets Bossa“ oder „Fats Waller duelliert sich mit Charlie Parker“. In frechen und pfiffigen Arrangements, die das Publikum vor allem auch durch die wunderbare Gestik von Marianne Racine immer wieder zu Zwischenapplaus und vielen Lachern animierten, kommt das Dargebotene in einer Form daher, wie es im Jazztone sicher selten zu hören ist. Die beiden swingenden Sängerinnen verbreiten Charme, Spielfreude – und dazu eine gehörige Portion Humor.

Flankiert wird die außer- und ungewöhnliche Darbietung von zwei exzellenten „Saitenmännern“, die sich ab und an unaufdringlich aufdringlich in den Vordergrund spielen. Besonders gut zur Geltung kommt die Virtuosität der beiden Schweizer bei den zwei, drei brasilianischen Stücken, bei denen sie an den Saiten von Kontrabass und Gitarre mit brillanten Soli glänzen.

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