Lörrach Barrieren sind allgegenwärtig

Mit den Tücken abgesenkter Bordsteine hatte auch Oberbürgermeister Jörg Lutz (r.) zu kämpfen. Foto: Silvia Waßmer Foto: Die Oberbadische

Lörrach (was). Wie erleben Sehbehinderte Menschen einen alltäglichen Gang durch die Innenstadt? Wie gut kommen Rollstuhlfahrer in Lörrach voran? Antworten auf diese Fragen gab der Behindertenbeirat der Stadt. Er lud am Mittwoch Oberbürgermeister Jörg Lutz, Stadträte und Fachbereichsleiter zu einem besonderen Rundgang ein.

Die Mitglieder des Behindertenbeirats hatten Rollstühle, Dunkelbrillen, Blindenstöcke und einen Rollator mitgebracht. „Viele wissen aus der Theorie, worauf es ankommt, aber ausprobiert haben es die wenigsten“, begründete Behindertenbeirat-Vorsitzender Dirk Furtwängler, der selbst an einer Sehbehinderung leidet, die Aktion. Diese soll etwa dafür sensibilisieren, bei der Planung von Straßen, Gehwegen oder Gebäuden die Bedürfnisse behinderter Menschen zu berücksichtigen.

Der Rundgang führte die Teilnehmer vom Marktplatz über die Teichstraße, Rainstraße, Spitalstraße und Grabenstraße zum Senser Platz und von dort über die Tumringer Straße, Palmstraße und den Postplatz zum Rathaus. „Ob die Tour wirklich barrierefrei ist, können sie nachher entscheiden“, erklärte Furtwängler.

Irena Rietz, ebenfalls Mitglied des Vorstands, riet den Rollstuhlfahrern, „sanft“ zu fahren, da der Stuhl sonst kippen könnte. „Sie werden feststellen, dass es anstrengend sein kann“, fügte sie hinzu und gab den Tipp, auf die Bodenverhältnisse zu achten. Zudem erklärte Dirk Furtwängler den Umgang mit dem Blindenstock und machte darauf aufmerksam, dass dieser nur den Bereich bis zur Bauchhöhe abdecke. „Alles was darüber liegt ist ungeschützt“, betonte er und erklärte gleichzeitig, dass es „durchaus realistisch“ sei, unter den Dunkelbrillen noch Schatten, Kontraste oder ähnliches zu sehen.

Anschließend machte sich die Gruppe auf den Weg. An der Ecke Marktplatz, Teichstraße zeigte sich für die Rollstuhlfahrer dann schon die erste Tücke, da der Bordstein in der Kurve schräg und uneben ist. Nur wenige Meter weiter erreichten die Teilnehmer am Zebrastreifen eine weitere problematische Stelle. So hatten die Rollstuhlfahrer Mühe, auf der gegenüberliegenden Straßenseite wieder auf den Gehweg zu kommen. Die vorübergehend blinden Fußgänger hingegen waren auf die Hilfe der Betreuer angewiesen, um gefahrlos die Straße zu überqueren. Ihnen blockierten zudem in der Grabenstraße so genannte „Kundenstopper“ und die Auslagen der Geschäfte den Weg.

Lutz dankte abschließend den Mitgliedern des Behindertenbeirat, dass „sie uns ihre Sicht der Dinge nahe gebracht haben“.

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