Lörrach Begegnung mit Tanz und Theater

Die Tanzgruppe „Simha“ der Israelitischen Kultusgemeinde Lörrach Foto: Regine Ounas-Kräusel Foto: Die Oberbadische

Mit einem fröhlichen internationalen Fest starteten am Mittwoch die „Wochen gegen Rassismus – Lörrach für Vielfalt und Menschenwürde“ in der Alten Feuerwache. Bei Musik- und Tanzbeiträgen sowie türkischen Spezialitäten konnten die Besucher verschiedene Kulturen hören, fühlen und schmecken.

Von Regine Ounas-Kräusel

Lörrach. Pfarrerin Gudrun Mauvais hieß die zahlreichen Besucher willkommen. Sie lud die Menschen ein, die Veranstaltungen der Wochen gegen Rassismus bis zum 24. März zu besuchen: „Kommen Sie und setzen Sie ein Zeichen!“ Kirchen und Religionsgemeinschaften, Kultureinrichtungen wie das Dreiländermuseum, Akteure wie das Erich-Reisch-Haus und die Albert-Schweitzer-Schule haben unter Federführung der Stadt ein vielfältiges Programm organisiert (wir berichteten ausführlich), das Gelegenheit zur Begegnung gibt. Veranstaltungen mit Musik, Tanz und Theater bilden den Schwerpunkt.

Lutz: ganz ohne Vorurteile ist vermutlich niemand

„Menschen aus 126 Nationen leben in Lörrach“, sagte Oberbürgermeister Jörg Lutz beim Eröffnungsfest und bezeichnete dies als Bereicherung. In Lörrach gebe es keinen offenen Rassismus, wahrscheinlich aber subtile Formen, denn ganz ohne Vorurteile sei vermutlich niemand. Er sei sicher, dass man in Lörrach Menschen verschiedener Herkunft integrieren könne, ohne sich selbst zu verlieren.

„Ich wohne seit über 40 Jahren in Deutschland und bin überglücklich, dass ich noch nie etwas Schlechtes erlebt habe“, sagte Hanna Scheinker, die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde. Viele Gemeindemitglieder seien einst aus den GUS-Staaten nach Deutschland gekommen und könnten hier nun ihren Glauben leben, sagte sie. Viele Menschen seien sicher froh, dass wieder jüdische Menschen in Deutschland lebten: „Wir gehören doch alle zusammen.“

Thomas Wehkamp, Musiker im Ensemble „Graathydt“ merkte an: „Es kann gar keinen Rassismus geben, weil es keine Rassen gibt.“ Es gebe nur unterschiedliche Menschen.

Die syrischen Musiker Hussem Abdelraham und Samano Altahir sangen Lieder zu den Saiteninstrumente Saz und Oud. Mit schönen Stimmen und den feinen, mal gezupften, mal mit dem Plektrum angeschlagenen Akkorden erzählten sie vom Zusammenhalt in ihrem Dorf, von der Sehnsucht nach der Geliebten und der Heimat.

Yavuz Hallac, der einst aus der Türkei nach Deutschland kam, war bewegt, mitten in Lörrach Saz und Oud zu hören. Der Vorsitzende der Fatih-Mschee überbrachte Grüße der drei islamischen Gemeinden in Lörrach und lud zum Tag der offenen Tür am Sonntag in seine Gemeinde ein.

Die Tanzgruppe „Simha“ der Israelitischen Kultusgemeinde zeigte Tänze aus der vielfältigen jüdischen Kultur, wobei sie das Ensemble „Gratthydt“ begleitete. Anna Matskina trug jiddische Lieder vor, die sie in ihrer Kindheit in der Ukraine von ihrer Mutter gelernt hatte – etwa das Lied „Gänselech“ von der schönen Gänsehirtin. Mit ihrer kraftvollen Stimme und ihrer Lebendigkeit bezauberte sie ihre Zuhörer. Martin Hagmeier begleitete sie am Flügel.

Bei leckerem Gebäck einer türkischen Frauengruppe von der Schubert-Durand-Stiftung kamen die Besucher in den Pausen ins Gespräch.  Das komplette Programm zu den „Wochen gegen Rassismus“ gibt es bei allen Veranstaltern, im Lörracher Rathaus, in der Touristinformation am Alten Marktplatz sowie im Internet unter www.loerrach.de/Wochen-gegen-Rassismus

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